Marschall-Rang
Kim übernimmt die Kontrolle über Nordkoreas Militär
Kim Jong Uns im Dezember verstorbener Vater und Vorgänger Kim Jong Il hatte ebenfalls den Rang eines Marschalls innegehabt. Der am Montag offiziell wegen Krankheit entlassene Armeechef Ri hatte dagegen nur den Rang eines Vize-Marschalls. Am Dienstag war der bisher weitgehend unbekannte General Hyon Yong Chol zum Vize-Marschall ernannt worden, was bei Experten als Zeichen dafür gedeutet worden war, dass er neuer Militärchef werden könnte.
Ri war seit 2009 Generalstabschef sowie Vize-Chef der Militärkommission. Auch nach dem Tod Kim Jong Ils galt er als eines der Mitglieder des engsten Führungszirkels in Pjöngjang, die Kim Jong Un bei der Übernahme der Macht unterstützten. Ihr Verhältnis wurde angesichts zahlreicher gemeinsamer Besuche bei den Streitkräften als vertrauensvoll interpretiert. Seine Entlassung sowie die nunmehrige Erhebung Kim Jong Uns in den Rang eines Marschalls deuten darauf hin, dass dieser selbst die Führung des mächtigen Militärs übernehmen will.
Kim unter Druck
Kim, der auf Ende 20 geschätzt wird, steht Nordkorea-Experten zufolge unter massivem Druck, die Legitimität seiner Herrschaft zu unterstreichen und zugleich gegen die Unzufriedenheit der Bevölkerung vorzugehen. In der Amtszeit seines Vaters ging es mit der Wirtschaft des Landes rapide bergab, zugleich nahm die Unterdrückung zu. Gleichzeitig trieb der Vater das wegen seines Atomprogramms geächtete Land weiter in die Isolation. "Der Personenkult rund um die Kim-Familie ist jetzt voll auf Kim Jong Un übergegangen", sagte Daniel Pinkston von der Organisation International Crisis Group, die Nordkorea zu Beginn des Monats besuchte.
Mit seinem Marschall-Rang befehligt Kim nun eine Armee, die mit 1,2 Millionen Soldaten eine der größten der Welt ist. Sie gewann in den 1990er-Jahren basierend auf der sogenannten Songun-Doktrin an Einfluss, was übersetzt "Die Armee zuerst" bedeutet. Die Doktrin räumt der Armee eine maßgebliche Stellung im Land ein und rechtfertigt, dass Unsummen für Verteidigung ausgegeben werden, während Millionen Nordkoreaner Hunger leiden.







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