Eine Mahnerin für die Rechte der Salzburger Kinder geht in Pension. Andrea Holz-Dahrenstaedt leitete rund 20 Jahre lang die 1993 gegründete Kinder- und Jugendanwaltschaft (kija) Salzburg. Am Freitag folgt ihr Magistrats-Juristin Johanna Fellinger nach. Zum Abschied richtet die „kija“-Leiterin noch einmal mahnende Worte an die Politik.
Besonders seit Ausbruch der Pandemie 2020 seien Schulausschlüsse und so genannte Gefährdungsmeldungen an Jugendämter massiv gestiegen. Ob Mobbing in der Schule oder Gewalt in der Familie – wo Kinderleid ans Licht komme, herrsche aber „Mangelverwaltung“. „Wir müssen die Ursachen für Kinderleid bekämpfen und nicht dauernd Pflaster kleben“, fordert die Juristin. Den geringen Stellenwert der Kinder in Salzburg zeige unter anderem der Standort der „kija“. Der liegt in Salzburg-Lehen, versteckt (siehe Bild) in einem Firmenareal.
Zu wenig Landes-Unterstützung sieht die Leiterin in mehreren Punkten. Kinder müssten lange auf einen ehrenamtlichen Mentor warten, weil das Land zu wenig Geld bereitstelle. Auch solle endlich eine Mobbing-Stelle eingerichtet werden. Und: „Der Personalschlüssel an Jugendämtern muss nach fachlichen Standards festgelegt und umgesetzt werden. Dann können Sozialarbeiter Familien gut betreuen“, so Holz-Dahrenstaedt. „Jeder in Kinder investierte Euro komme zehnfach zurück.
Errungenschaften für Kinder vor Gericht
Immerhin seien die Kinderrechte inzwischen weitgehend bekannt und gäbe es Begleitung für Kinder als Gewaltopfer in Strafverfahren. Auch der Kinderbeistand bei sehr strittigen Elternkonflikten wurde dank Initiative der „kija“ eingeführt.
Pensionsplan: „Zu Fuß bis ans Meer gehen“
Wenn die bisherige Leiterin ihre Pension antritt, will sie „einmal sehen, was hereinschneit“. Einen fixen Plan habe sie jedenfalls, so Andrea Holz-Dahrenstaedt. Sie wolle alleine zu Fuß von Salzburg bis ans Meer gehen.
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