Umweltgipfel in Rio
Ban beschwört: “Wir müssen endlich was tun”
Ban (im Bild 2.v.l.), der gerade vom G-20-Gipfel in Mexiko kam, sagte, die Agenda des "Rio+20"-Gipfels sei mindestens so wichtig und dringlich wie die des am Dienstag beendeten Gipfels der führenden Volkswirtschaften in Los Cabos. "Hier (in Rio) haben wir die Möglichkeit, die Welt auf einen nachhaltigen Weg zu führen. Unsere kostbarste Ressource ist dabei die Zeit", betonte Ban. Es sei der Moment für die Regierungen der Welt zu handeln.
Die Gespräche über das Abschlussdokument - von dem Österreichs Umweltminister derart enttäuscht war, dass er seine Reise nach Rio kurzerhand abblies (siehe Infobox) - seien "langsam und sehr schwierig" gewesen. Viele hätten ein ehrgeizigeres Dokument erwartet.
"Die Zukunft, die wir wollen"
Die rund 50 Seiten starke Deklaration trägt den Titel "Die Zukunft, die wir wollen". Unter anderem heißt es darin: "Die Beseitigung der Armut ist die größte globale Herausforderung, vor der die Welt heute steht, und unverzichtbare Bedingung für nachhaltige Entwicklung." Eine zentrale Rolle spielt in dem Dokument das Konzept einer "Green Economy" (grünen Ökonomie). Zudem soll ein Prozess zur Entwicklung von Nachhaltigkeitszielen angeschoben werden.
Die Verhandlungen für das Dokument hätten zwischenzeitlich "Spitz auf Knopf" gestanden, so Deutschlands Umweltminister Peter Altmaier. Es sei verständlich, dass den Umweltverbänden die Ergebnisse nicht reichten. Er selbst hätte sich auch ein klareres Signal für den Meeresschutz und konkretere Inhalte bei den Nachhaltigkeitszielen gewünscht. "Aber der Gipfel ist nicht gescheitert, er hat gerade erst begonnen." Der Text sei eine "tragfähige Grundlage", und es zeichne sich ab, dass die große Mehrheit der Staaten damit leben könne.
Vernichtende Greenpeace-Bilanz
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace zog dagegen eine vernichtende Bilanz: "Der Scheitern ist absolut. Der Text verurteilt die Welt zu einer Zukunft der Verschmutzung, der Plünderung und Zerstörung", sagte Greenpeace-Experte Milko Schvartzman. Ähnlich äußerte sich der Politische Direktor der Umweltschutzorganisation WWF Deutschland, Alois Vedder. "Der Nachhaltigkeitsgipfel in Rio droht zu einer reinen Schauveranstaltung zu werden." Beim Meeres- und Waldschutz gebe es keine Fortschritte.
Kronen Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen 






Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.