Der Tod eines vierköpfigen Ghost-Teams in Nicaragua ruft in Ubisofts "Ghost Recon: Future Soldier" eine weitere Spezialisten-Einheit auf den Plan. Ihre Aufgabe ist es, einen Waffenhändler ausfindig zu machen und der Herkunft einer dreckigen Bombe auf den Grund zu gehen. Doch erstens kommt es anders und zweitens, als man denkt, und so finden sich Captain Ferguson und seine Mitstreiter schon bald inmitten eines internationalen Konflikts wieder.
Tarnanzug, Drohnen & andere Spielzeuge
Kein leichtes Unterfangen, sollte man meinen, doch als Soldaten der Zukunft verfügen die Kameraden dankenswerterweise über einige hochkomplexe technische Hilfsmittel, die im Moment höchstens auf dem Reißbrett oder in den Köpfen einiger Forscher existieren. Das gilt insbesondere für den Tarnanzug, der seinen Namen redlich verdient und jeden Soldaten unsichtbar macht, sobald dieser in absoluter Bewegungslosigkeit verharrt. Ein taktischer Vorteil, der in sich einer Vielzahl von Situationen gewinnbringend nützen lässt.
Ferngesteuerte Drohnen, Granaten, die Gegner markieren, oder eine Hightech-Brille, mit der man durch Wände sehen kann, gehören selbstverständlich ebenfalls zu den Dingen, die bei einem Einsatz mitgeführt werden sollten. Zumal sie dringend notwendig sind, um die abwechslungsreich gestalteten Missionen rund um den Globus erfolgreich bewältigen zu können.
Aus spielerischer Sicht erfreulich ist, dass es nicht immer nur ein Auge auf die Gegner zu werfen gilt, sondern auch auf Zivilisten, deren Schutz für das Ghost-Team oberste Priorität hat. Dass das nicht immer leicht ist, wird einem spätestens dann bewusst, wenn die "strategischen Ziele", sprich: Gegner, in panikartig flüchtenden Menschenmengen Schutz zu finden versuchen.
Leichter Singleplayer, schwerer Multiplayer
Einfach drauflos zu stürmen war in der "Ghost Recon"-Serie noch nie eine Option - außer man war darauf bedacht, möglichst schnell das Zeitliche zu segnen. In "Future Soldier" sieht man das nun etwas lockerer, um Anfängern den Spieleinstieg zu erleichtern. Dabei macht es allerdings einen großen Unterschied, ob man alleine oder gemeinsam mit anderen spielt.
In der Regel sind Einzelspieler-Kampagnen schwieriger, da die KI-gesteuerten Mitstreiter oft durch ihr eigenartiges Verhalten für Ärger sorgen. Bei "Tom Clancy's Ghost Recon: Future Soldier" verhält es sich jedoch genau anders herum: Im Prinzip wäre es fast egal, ob man mitspielt oder nicht, denn die CPU-Kameraden erledigen nahezu alles im Alleingang. Sie sorgen auch dafür, dass der eigene Charakter sehr selten das Zeitliche segnet, indem sie schnell zur Stelle sind, wenn Erste Hilfe erforderlich ist.
Gänzlich anders verhält es sich im Mehrspieler-Teil, konkret im Koop-Modus. Ohne eingespieltes Team, bei dem jeder seine Aufgaben kennt und auch tunlichst präzise erfüllt, ist das Scheitern der Missionen vorprogrammiert. Versierte Spieler wird das freuen, aber Anfängern und selbst Fortgeschrittenen viele frustrierende Momente bescheren.
Kaum Anlass zur Kritik bietet hingegen die Optik des Spiels. Zwar wissen die Zwischensequenzen nicht immer vollends mit Qualität zu begeistern, dafür sind jedoch die Animationen umso besser gelungen und vermitteln eindringlich das Gefühl, sich mitten in einem heißen Gefecht geduckt oder kriechend dem Ziel zu nähern.
Fazit: "Tom Clancy's Ghost Recon: Future Soldier" präsentiert sich als guter taktischer Shooter, dem jedoch ein ausgewogener Schwierigkeitsgrad fehlt. Während Einzelspieler fast immer unterfordert sind, kämpft man im Mehrspieler-Modus mit dem happigen Schwierigkeitsgrad, der kaum Fehler verzeiht. Ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl beim Einstellen der Spielbalance wäre daher wünschenswert gewesen. Abgesehen davon besitzt "Ghost Recon: Future Soldier" aber alle nötigen Elemente, um mit Grips und gezieltem Waffeneinsatz statt mit roher Gewalt die Missionsziele zu erfüllen.
Plattform: PS3 (getestet), Xbox 360, PC
Publisher: Ubisoft
krone.at- Wertung: 8/10
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