Umstrittene Zeugen
Rechtsextreme untermauern Breiviks Weltsicht
Breivik sieht sich als Verteidiger Norwegens und Europas im Kampf gegen Islam und Multikulturalismus. Er hat seine Taten gestanden, plädiert aber auf nicht schuldig. Ihm droht eine Haftstrafe von 21 Jahren, die anschließend verlängert werden kann, oder eine Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik.
Weil die Gerichtsentscheidung über die Zurechnungsfähigkeit des 33-Jährigen für das Urteil als entscheidend gilt, hatte es sein Verteidiger Geir Lippestad als notwendig bezeichnet, auch Rechtsextreme als Zeugen vorzuladen. Es gehe nicht darum, Argumente für eine politische Überzeugung vorzubringen, "sondern zu zeigen, dass die Weltsicht des Angeklagten auch von anderen geteilt wird".
Neonazi warnt vor "Ausrottung" Norwegens
So sagte dann der Gründer der norwegischen Neonazi-Bewegung "Vigrid", Tore Tvedt (Bild li.), vor Gericht, dass sich das Land "im Krieg" und auf dem Weg zu einer "Balkanisierung" befinde. "Wir werden nicht nur angegriffen, wir stehen vor der Ausrottung", fügte er hinzu.
Der Chef der Organisation "Stoppt die Islamisierung Norwegens", Arne Tumyr (re. im Bild), bezeichnete den Islam in seiner Zeugenaussage als "eine Religion der Gewalt, eine Religion der Kriege". Den Propheten Mohammed nannte er einen "Sexualstraftäter, Karawanenplünderer, Mörder und Kriegsverbrecher". Der Islam sei eine Bedrohung für die norwegische Gesellschaft und ihre Werte.
Verschiebung des Urteils möglich
Mit einem Urteil in dem Prozess wird indessen nicht vor Ende Juli gerechnet. Wie das Gericht am Dienstag mitteilte, kommen als mögliche Termine für die Urteilsverkündung der 20. Juli oder der 24. August infrage. Derzeit laufe die Planung allerdings auf den 20. Juli hinaus. Zwei Tage später, am 22. Juli, jährt sich der Tag, and dem Breivik zunächst im Osloer Regierungsviertel und dann auf der Ferieninsel Utöya insgesamt 77 Menschen ermordete.







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