Superpianistin Yuja Wang aus China gastiert im Wiener Musikverein und sorgt dabei nicht nur wegen ihres Klavierspiels für Aufsehen und Begeisterungsstürme.
Sie liebt atemberaubende Outfits. Wo sie auftritt, greift das Publikum zum Opernglas, um ihre fast bis zur Taille geschlitzten Bleistiftröcke und Glitterminis, ihre schwindelerregenden High Heels - meist vom Franzosen Christian Louboutin designed - und die Strubbelfrisur unter die Lupe zu nehmen: Yuja Wang, dem Klavierwunder aus Peking, macht’s Spaß. „Die Musik ist so schön, warum soll ich mich nicht interessant anziehen?“
Dass sie von manchen im Publikum - besonders in den prüden USA - dafür kritisiert wird, ist der smarten, von Literatur und „Trashigem“ faszinierten Yuja egal. Denn von New Yorks Carnegie Hall aus startete sie in die Weltkarriere. Und, mit 25 bereits Weltstar, wurde sie vom Klassikmagazin „Limelight“ zu einer der zehn führenden Stilikonen gewählt. Jetzt ist sie darüber froh, dass sie für ihre internationale Karriere China und auch ihre geliebten Eltern bereits mit zwölf Richtung Kanada und USA verlassen hat - „sie waren naiv, sehr konservativ und kommunistisch, wie Dostojewski-Gestalten!“
Heute hat das Publikum wieder Gelegenheit, sie im Wiener Musikverein zu hören, und zwar mit dem renommierten, 1997 vom Wiener Staatsopern-Musikchef Claudio Abbado gegründeten Mahler Chamber Orchestra. Auf dem Programm: Strawinskys Concerto für Klavier und Blasorchester und Gershwins Rhapsody in Blue, die Yuja in Wien bereits 2019 im Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker spielte. Heute erlebt man Yuja aber auch als Ensembleleiterin. Was ihre Zukunft wohl bestimmen wird.
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