Es handelt sich um erstaunliche Zahlen. 54 Prozent der FPÖ-Wähler meinen, Herbert Kickl sollte nach der Wahl Platz machen, um eine Regierungsbeteiligung zu ermöglichen. Nur 28 Prozent würden dann lieber mit Kickl in der Opposition bleiben: Diese Ergebnisse einer OGM-Umfrage unter 1005 Personen im Auftrag von ServusTV war eine Überraschung und damit logischer Aufmacher der „Krone“. Wie zu erwarten war, reagierten FP-Vertreter aggressiv bis verärgert. Markus Abwerzger, FP-Tirol-Chef und nicht gerade die hellste Kerze auf der blauen Torte, nennt es „einen erneuten Versuch, einen Keil in die Partei zu treiben“, „bewirkt aber das Gegenteil“. Beides ist nicht Intention einer Zeitung.
Sind Parteifunktionären ihre Wähler egal? Seit Jahr und Tag unterstellen „Politikexperten“, dass die FPÖ eine Protestpartei sei, dass ihre Wähler die Regierung(en) für Lockdowns und Zuwanderung bestrafen wollen. Die Umfrage beweist das Gegenteil: Die FPÖ-Wähler wollen ihre Partei in der Verantwortung. Und zwar um jeden Preis, selbst um den, den Parteichef zurückzulassen. Nur zur Erinnerung: Kickl übernahm die Ibiza-Konkursmasse der FPÖ, stellte die Partei neu auf und führt sie seither erfolgreich.
Das sind also keine Protestwähler, sondern Überzeugungswähler. Sie wollen, dass die FPÖ ihr Programm umsetzt. (Das wir und sie bisher nur teilweise kennen.) Als FPÖ-Politiker sollte man sich über diese Umfrage freuen. Vielleicht müssen sie sie ein zweites oder drittes Mal lesen.
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