Vor Slalom in Flachau

ÖSV-Fahrerin: „Haben mir Pistole an Brust gesetzt“

Salzburg
16.01.2024 21:20

Dieser Jubelschrei war fast im ganzen Zielraum in Flachau zu hören. Marie-Therese Sporer war wegen des 18. Platzes beim Nachtslalom richtig erleichtert. Vor allem, weil sie mächtig unter Druck gestanden war. 

Während ein guter Teil der 13.000 Zuschauer in Flachau schon den Klängen der Band „AUT Of ORDA“ lauschten, jubelte eine ÖSV-Fahrerin im von Flutlicht bestrahlten Zielraum lautstark auf. Marie-Therese Sporer hatte sich mit Startnummer 49 für den zweiten Lauf qualifiziert. Die 27-Jährige war sichtlich erleichtert und hielt sich vor Freude die Hände vor das Gesicht.

Viel Grund für dieses Gefühl hatte es für sie in den vergangenen Wochen schließlich nicht gegeben. Nachdem sie aus dem Kader geflogen war und die Sommervorbereitung auf eigene Faust bestritten hatte, feierte sie mit Platz 13 in Levi ein Erfolgserlebnis. Den Fingerzeig Richtung Chefitäten konnte sie in den folgenden vier Slaloms aber nie bestätigen. Kein einziges Mal schaffte sie es in den zweiten Lauf. 

„Gut geschlafen habe ich nicht“
Dementsprechend angespannt war die Lage vor dem Rennen in Flachau. „Ich habe die Pistole an die Brust gesetzt bekommen“, erzählte Sporer. Heißt: Entweder schafft sie die Quali und punktet, oder es war letzter Weltcup-Einsatz. Drohungen, auf die die 27-Jährige gut und gerne verzichten kann. „Mir kommt vor, ich brauche den Druck nicht. Gut geschlafen habe ich nicht.“ 

Zu präsent die Gedanken um die Fortsetzung ihrer Karriere. „Da wird dir schon ein bisserl schummrig“, sagt Sporer. Man kämpfe tagtäglich ums Überleben. „Es ist brutal ungut.“ 

Mit Platz 18 beim Nachtslalom schaffte sie einen Befreiungsschlag, der viel Auftrieb gibt: „Ich weiß, dass ich gut Skifahren kann und werde weiter darum kämpfen. Koste es, was es wolle.“

Einst steht aber auch für Sporer fest: Selbst, wenn es beim ÖSV irgendwann nicht mehr klappen sollte - ein Nationenwechsel kommt für die Zillertalerin nicht infrage. „Ich bin Österreicherin. Wenn es unter rot-weiß-roter Fahne nicht reicht, dann auch für kein anderes Land. Ich nehme die Hürden, so wie sie kommen. An Tagen wie diesen fällt es natürlich ein Stückchen leichter.“

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