Streit um Gaspipeline
Tiwi-Inseln: Aborigines verlieren gegen Ölkonzern
Der australische Gasriese Santos darf mit der Verlegung einer umstrittenen Unterwasserpipeline für ein milliardenschweres Gasprojekt in der Timorsee nördlich von Darwin fortfahren. Der Konzern hat am Montag den Rechtsstreit gegen eine Gruppe von Aborigines von den in der Region gelegenen Tiwi-Inseln gewonnen.
Die Ureinwohner hatten gegen das Projekt geklagt hatten, wie der australische Sender ABC unter Berufung auf das zuständige Gericht berichtete. Einige Älteste der Tiwi-Insulaner hatten von Santos gefordert, die Pläne zu überarbeiten, um potenzielle Risiken für heilige Unterwasserstätten der Indigenen zu vermeiden. Der Konzern war deshalb im November zunächst gezwungen gewesen, die Arbeiten an der Pipeline zu unterbrechen, nachdem die Gruppe eine einstweilige Verfügung eingereicht hatte.
Die Kläger argumentierten, dass Santos nicht genügend geprüft habe, ob die 263 Kilometer lange Pipeline Unterwasser-Kulturerbestätten und heilige Orte aus der sogennanten Traumzeit beschädigen würde. Die Pipeline im Rahmen des riesigen Barossa-Gasprojekts verläuft wenige Kilometer westlich der Tiwi-Inseln.
Bewohnen das Land seit 60.000 Jahren
Die Aborigines sind überzeugt, dass in den Gewässern die „Songlines“ (Traumpfade) verlaufen - eine Art mythisch-kulturelle Landkarte der Ureinwohner. Dort leben demnach spirituelle Wesen aus der Traumzeit, wie etwa Mutter Ampiji, auch bekannt als Regenbogenschlange. Der Begriff „Dreamtime“ (Traumzeit) steht für die komplexe Mythologie der Ureinwohner, die das Land schon seit rund 60.000 Jahren bevölkern.
Die zuständige Richterin urteilte nun, dass es nur „eine vernachlässigbare Wahrscheinlichkeit gibt, dass es im Bereich der Pipelinetrasse Objekte von archäologischem Wert geben könnte“. Santos begrüßte das Urteil. „Gemäß dem Urteil und im Einklang mit dem für das Projekt geltenden Umweltplan wird Santos die Pipelineverlegung für das Barossa-Gasprojekt fortsetzen“, hieß es in einer Mitteilung des Konzerns.







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