05.05.2012 10:56 |

Für Reparatur

Japan nimmt letzten Atomreaktor vom Netz

Zum ersten Mal seit dem Jahr 1970 muss Japan seit Samstag ohne Atomenergie auskommen. Der einzige derzeit betriebene Atomreaktor soll für Wartungsarbeiten mehr als 70 Tage lang heruntergefahren werden. Ob er dann wieder in Betrieb genommen wird, bleibt abzuwarten, denn bisher zögern die lokalen Regierungen beim Hochfahren der AKWs.

Die Atomreaktoren in Japan, die bis zum GAU im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi rund 30 Prozent des Strombedarfs des Landes abdeckten, werden alle 13 Monate für eine Wartung heruntergefahren. Ans Netz dürfen die Anlagen erst wieder, wenn die lokalen Regierungen zugestimmt haben. Seit der Atomkatastrophe in Fukushima ist dies jedoch nicht zuletzt wegen der großen Sorge der Bevölkerung über die Sicherheit der Atomkraftwerke nicht mehr geschehen. Zudem ist der Genehmigungsprozess äußerst zeitaufwendig.

Ersatz für Atomenergie gefunden
Trotz des Herunterfahrens der AKWs gingen die Lichter in Japan nicht aus. Die Betreiberkonzerne haben als Ersatz für die Atomkraftwerke stillgelegte Thermalkraftwerke wieder angefahren. Der dazu notwendige Import von Brennstoffen wie Erdgas und Rohöl verursacht allerdings hohe Kosten.

Die Regierung hat sich daher - auch mit Blick auf die bevorstehenden schwülheißen Sommermonate, in denen die Klimaanlagen im Lande auf Hochtouren laufen - darum bemüht, zwei Reaktoren im AKW Oi in der Provinz Fukui nach kürzlich bestandenem Stresstest wieder hochzufahren. Doch dagegen regte sich der Widerstand der Anrainer. Ihre Erinnerungen an Fukushima sind vermutlich noch viel zu gut im Gedächtnis.

Im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi waren mehrere Reaktoren in Folge des Erdbebens und Tsunamis vom 11. März 2011 schwer beschädigt worden. Die Kühlung fiel aus und in den Reaktoren kam es zu Kernschmelzen. Radioaktivität gelangte in die Luft, den Boden und ins Meer. Außerdem kamen 20.000 Menschen ums Leben oder gelten immer noch als vermisst.

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