Eine aktuelle Umfrage der Arbeiterkammer Vorarlberg zur Teuerung zeichnet ein besorgniserregendes Bild: Viele Menschen im Ländle sind finanziell am Limit, nicht wenige bereits darüber.
Seit Mai 2022 befragt die Ländle-AK die Menschen in Vorarlberg zu den Folgen der Teuerung - und die Ergebnisse werden von Mal zu Mal dramatischer. Beim jüngsten Umfragezyklus, an welchem rund 700 Teilnehmer gezählt wurden, gab mehr als die Hälfte (55 Prozent) an, mit ihrem Einkommen „gerade noch“ oder bereits „nicht mehr“ über die Runden zu kommen.
Zum Vergleich: Bei der ersten Umfrage im Frühjahr 2022 lag dieser Wert noch bei 38 Prozent. Besonders dramatisch ist die Entwicklung bei jenen, die angaben, dass ihr Einkommen „nicht mehr“ zum Leben reiche: Ihr Anteil hat sich seit dem Frühjahr 2022 mehr als verdoppelt - von 9 Prozent auf 19 Prozent.
Beim Einkauf spürt man die Teuerung am stärksten
Weiterhin am stärksten spüren die Befragten die Teuerung beim Einkauf im Supermarkt. 92 Prozent gaben an, dort gestiegene Preise zahlen zu müssen. Aber auch der Bereich Freizeit und Urlaub macht den Teilnehmenden der Online-Umfrage verstärkt zu schaffen: Beinahe jeder Zweite spürt in diesem Segment die Teuerung (48 Prozent).
Bei der jüngsten Online-Umfrage zwischen dem 6. November und dem 6. Dezember wurden erstmals auch explizit die Wohn- und die Kreditkosten abgefragt. Mehr als jeder Dritte hat demnach mit gestiegenen Wohnkosten zu kämpfen (39 Prozent), beinahe jeder zweite mit höheren Kreditrückzahlungen (43 Prozent).
Wir merken, dass die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger zunehmend auf jeden Euro angewiesen sind.
Karin Hinteregger, stellvertretende AK-Direktorin
Ansturm auf Beratungsstellen
Die Folgen dieser Entwicklung bekommen die AK-Mitarbeiter tagtäglich in ihrer Arbeit zu spüren. So wurden seit Jahresbeginn allein zum Thema Wohnen rund 11.000 Anfragen verzeichnet - ein trauriger Rekord. „Wir merken außerdem, dass die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger zunehmend auf jeden Euro angewiesen sind. Etwa wenn Menschen wegen 20 Euro zu viel auf der Handyrechnung zu uns kommen und enorm dankbar selbst für vermeintlich kleine, erstrittene Beträge sind. Wir sehen, dass selbst diese Beträge für sie unheimlich wichtig sind“, berichtet Karin Hinteregger, stellvertretende AK-Direktorin und Leiterin der Konsumentenschutz-Abteilung.
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