Kleber sollen zahlen. Was bewirken die Klimakleber? Sie nerven. Sie kosten Zeit - zusätzliche Zeit am Weg zur Arbeit, mitunter am Weg zum Arzt oder gar ins Spital, weil sie wieder einmal eine wichtige Straße blockieren. Sie vertreten zwar ein wichtiges Anliegen, aber provozieren so ziemlich alles, nur nicht Verständnis oder gar Zustimmung. Kein Wunder, wenn angesichts der allgemeinen Aufgebrachtheit gegenüber den Klebern immer öfter immer härter juristisch gegen sie vorgegangen wird. So sollen die Aktivisten jetzt in Deutschland für die Blockade einiger Flughäfen im vergangenen Sommer zahlen. Aktivisten der Letzten Generation hatten sich auf den Rollfeldern mehrerer Flughäfen festgeklebt und den Flugbetrieb einige Stunden lang lahmgelegt. Die Lufthansa hat berechnet, welcher Schaden dadurch entstand - und fordert ihn von den Aktivisten ein. Das läppert sich rasch in die Nähe der 1-Million-Euro-Grenze. Auch der deutsche Verkehrsminister wird aktiv und plant eine Verschärfung des Luftsicherheitsgesetzes - er verkündet, dass die Blockaden von Flughäfen mit dem Ziel, die dortigen Abläufe zu stören, „die Grenzen des legitimen Protests bei weitem überschreiten.“ Der Applaus vieler ist ihm sicher.
Mutbürger-Wunsch. Viel Applaus gewiss ist hierzulande jedem, der sich mit drastischen Worten gegen die Klimakleber wendet. Albert Fortell, Schauspieler, der einst als Hoteldirektor im „Schloßhotel Orth“ TV-Ruhm erlangte, macht damit nach längerer Ruhepause wieder einmal von sich reden - indem er sich öffentlich wütend jetzt „Mutbürger“ wünscht, „damit da endlich wer den Klimaaktivisten die Wadln vierericht“. Claus Pándi nimmt „diesen Wutausbruch des Grinzinger TV-Lieblings“ zum Anlass, in seiner Kolumne in der Montags-„Krone“ ein bisschen über die selbst im Advent nicht abflauenden Aggressionen, vor allem jene gegenüber den Klimaklebern, zu philosophieren. Er findet, dass sich „die traditionelle Gereiztheit in der Vorweihnachtszeit“ heuer besonders stark durchschlage. Fortell stehe mit seiner Gereiztheit gegenüber den Klimaklebern nicht alleine da. Pándi findet: „Da sollten einige vorsichtiger sein, was sie sich bei Kerzenschein zwischen einem Teller Vanillekipferln und einem Schöpfer Punsch wünschen.“ Ja, tatsächlich täte ein Abrüsten auf allen Seiten letztlich auch allen Seiten gut. Den Klimaklebern wäre Weihnachtsfriede zu wünschen - wenn sie diesen selbst auch geben.
Kommen Sie gut durch den Montag!
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