Ausgerechnet an ihrem 27. Geburtstag gibt die Linzerin Julia Windischbauer, frischgebackenes Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters, ihr großes Rollendebüt. Außerdem lebt sie gerade ihre Vielseitigkeit aus und weiß auch schon, was sie im Sommer macht.
Seit Herbst dieses Jahres arbeitet Julia Windischbauer „im Olymp“ der heimischen Theaterlandschaft, denn sie ist frischgebackenes Mitglied des Burgtheater-Ensembles. Ihr Respekt ist riesengroß, wie sie der „Krone“ gesteht. „Ich versuche aber bewusst, diesen Schritt nicht zu überhöhen und mich auf die Arbeit zu konzentrieren. Rauf auf die Bühne, hinfallen, aufrappeln“, sagte sie, als das Engagement feststand, wir berichteten.
Stoff nie tiefer hinterfragt
Ihre erste Rolle am Wiener Parkett wird nun ein besonderes Geschenk: Windischbauer steht am Freitag, 15. Dezember - an ihrem Geburtstag - als Brünhild in „hildensaga. Ein Königinnendrama“ von Ferdinand Schmalz auf der Bühne, eine Österreichische Erstaufführung.
Die Königinnen am neuen Pfad
Der Ausnahmeautor Schmalz hat die blutige Nibelungensaga feministisch umgedichtet, was Windischbauer entgegenkommt. „Es geht um Rape Culture, um eine Vergewaltigung, die irgendwie in dem Stoff drinsteckt, die aber nie so hinterfragt wurde. Bisher ging es immer um Siegfried, den Helden, der in die Welt rauszieht, und wenn ihm da eine Frau in die Quere kommt, muss er sie entweder bekämpfen oder vergewaltigen“, sagt die Schauspielerin, die selbst Feminismus auf ihrer Agenda stehen hat. In der Neudeutung nehmen den Königinnen Brünhild und Kriemhild ihr Schicksal selbst in die Hand.
Salzburg ist zweiter Fixpunkt
Windischbauer, bei den diesjährigen Salzburger Festspielen als Recha in „Nathan der Weise“ zu sehen, war vor ihrem Engagement am Burgtheater in den Münchner Kammerspielen und am Deutschen Theater Berlin fest engagiert.
Zudem stand sie in zahlreichen Kurzfilmproduktionen vor der Kamera – und sie wagte im Sommer völlig Neues: Sie produzierte ihren ersten Film, der noch den Arbeitstitel „Callas, Darling“ trägt, das Drehbuch stammt von ihr, sie führte Regie, spielte die Hauptrolle.
„Ich glaube, ich bin viel“, sagt Windischbauer augenzwinkernd, und damit beschreibt sie zumindest ihre aktuelle Situation sehr treffend. Denn auch schon fix ist, dass sie im Sommer in Robert Carsens Neuinszenierung des „Jedermann“ als „Glaube“ auf der Bühne am Salzburger Domplatz stehen wird.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.