Erneut Tote

Trotz Waffenruhe: Syrische Soldaten schießen wieder

Ausland
13.04.2012 16:34
Ungeachtet der vereinbarten Waffenruhe ist es am Freitag in Syrien erneut zu tödlichen Zusammenstößen zwischen Soldaten und Demonstranten gekommen. Bei Protesten in der Stadt Hama sei ein Zivilist erschossen worden, ein weiterer in Salkin und ein dritter in Nawa, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London mit. Oppositionelle vor Ort sprachen von elf Toten. Auch im Grenzgebiet Syriens zur Türkei gab es wieder Schießereien.

Am Morgen berichtete zunächst die türkische Nachrichtenagentur Anadolu von einem etwa einstündigen Schusswechsel zwischen Rebellen und der syrischen Armee nahe des Grenzdorfes Kherbet Joos. Nach Angaben der syrischen Opposition rückte die Armee mit Panzern auf das Grenzdorf vor. Es habe heftiges Gewehrfeuer gegeben. Die Regierungstruppen versuchten nach diesen Angaben, Kämpfer der oppositionellen Freien Syrischen Armee aus dem Grenzgebiet zu vertreiben.

Zehntausende kamen zu Protesten
Doch die Aktivisten wollen nicht aufgeben, am Nachmittag gingen sie erneut auf die Straße: Landesweit beteiligten sich Zehntausende Menschen an Demonstrationen gegen das Regime von Präsident Bashar al-Assad. "Wir werden ihren Kugeln heute unsere lauten Rufe nach Freiheit entgegensetzen", sagte eine Studentin gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. "Dabei wird die Welt sehen, ob sich das Regime an den Friedensplan von Kofi Annan halten wird", so ein anderer Demonstrant. Doch mittlerweile sind wieder einige Tote zu beklagen.

Dürfen jetzt Journalisten ins Land?
Der Waffenstillstand ist Teil eines Friedensplans, den Syrien-Sondergesandter Kofi Annan im März vorgelegt hatte. Wichtigster Punkt ist ein Ende der Gewalt, der bisher etwa 9.000 Menschen zum Opfer fielen. Zudem sieht der Plan den freien Zugang für humanitäre Helfer und Journalisten sowie einen vorsichtigen demokratischen Wandel in Syrien vor. Um diesen Plan zu überwachen, sollen nach einem entsprechenden UNO-Beschluss erste internationale Beobachter in das Land reisen.

Ein erster Schritt ist offenbar schon gemacht, denn Annan hat am Freitag bekannt geben, dass Syrien etlichen Journalisten Zugang ins Land gewähren wird. Die Regierung in Damaskus habe bestätigt, Reportern von 74 Medien Visa ausgestellt zu haben, so Annans Sprecher.

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