Traumhafte Landschaft

Lienz: Tirols Sonnenstadt

Reisen & Urlaub
23.11.2023 08:00

Osttirol ist eine landschaftlich atemberaubende Region, die Bezirkshauptstadt Lienz wirbt mit südländischem Flair und überdurchschnittlich vielen Sonnenstunden.

Die klimatisch begünstigte Lage von Lienz am Zusammenfluss von Isel und Drau hat schon früh zur Besiedlung geführt; erste urkundliche Erwähnung gibt es um 1100. Heute leben hier etwa 12.000 Menschen. Klein und fein. Stadt und Land sind sich nah, das ist ein Privileg, meint Stadtführerin Evelin Gander.

Kern der Altstadt am Ufer der Isel, die übrigens eine milchig-blaugrüne Farbe oder glasklar – je nach Jahreszeit – aufweist, ist der Hauptplatz mit dem Florianibrunnen. Während im Sommer Palmen und prächtiger Blumenschmuck die südländische Atmosphäre und Nähe zu Italien unterstreichen, verwandelt der Advent den Ort in winterliches Märchenland mit vielen Traditionen.

Die Liebburg, die die mittelalterliche Burg Bruck auf einer Anhöhe außerhalb als Sitz der Freiherren abgelöst hat, findet sich genau da. „Die Liebburg, heute unser Rathaus, hat exakt 24 Fenster, also haben wir einen ganz netten Adventkalender.

Der Christkindlmarkt bei uns ist kein Rummelplatz, sondern bezaubernd“, weiß Evelin zu berichten. Hinter jedem Fenster versteckt sich das Bild eines heimischen Künstlers, das wird jeden Abend ganz feierlich mit Musik oder Gesang eröffnet. Nach Weihnachten werden alle 24 Werke für karikative Zwecke versteigert.

Kulinarischer Tipp: Lienzer Lebzelten nach einem alten Rezept, z. B. in der Konditorei Glanzl zu erhalten.

EGGER-LIENZ AUF SCHLOSS BRUCK
Auf Schloss Bruck, das imposant auf einer Anhöhe außerhalb liegt und früher der Herrschaftssitz der Grafen von Görz war, hat man übrigens ein Originalmodel für die Lebzelten aus 1644 gefunden. Eine Besichtigung lohnt sich, ist jedoch erst wieder ab dem Frühjahr möglich.

Die ehemalige Residenz beherbergt auch die Egger-Lienz-Galerie und somit die größte Werksammlung des österreichischen Malers neben dem Leopold Museum Wien, dem Land Tirol und dem Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum Innsbruck.

INFOS

ALLGEMEINE AUSKÜNFTE:
www.osttirol.com, www.lienz.gv.at

EMPFEHLENSWERTE ADRESSEN:
www.museum-schlossbruck.at
www.wurzerhof.at 
www.aguntum.at

Lienzer Adventmarkt: bis 24.12.2023, Krippenausstellung in der Liebburg: 8. bis 17.12.2023 

Ein ganz besonderer Platz ist die Kapelle des Schlosses mit dem hl. Florian. Der Schutzpatron gegen Brände war für die Stadt Lienz ein wichtiger Heiliger, so Historiker Stefan Weis. Die Fresken sind ein spätgotisches „Fenster“, das wirklich einen Blick zurück in das Mittelalter ermöglicht.

WIE IM BILDERBUCH: ALMDORF AUF 1800 METERN
Ein Stück weit entfernt, auf der Oberstalleralm nahe der Grenze zu Südtirol, tut sich ein denkmalgeschütztes Almdorf auf. 16 Almhütten um eine kleine Kapelle, von denen die meisten um die 150 Jahre alt sind. Was nicht bedeutet, dass die Oberstalleralm ein reines Museum wäre.

Einige der alten Holzhäuser kann man mieten und hier Urlaub machen, wie früher, sehr urig. Ruhe, Kraft und Erholung findet man auch im Wurzerhof im Villgratner Winkeltal. Wer die Natur und altes Handwerk liebt, ist hier bei Vroni und Sepp Leitner richtig. Sie möchten den Hof, der früher eine eigenständige Siedlung war, in der Ursprungsform erhalten.

„Wir wollen das Alte erhalten, aber wieder auch mit dem Neuen verbinden.“ Das ist eine Lebensaufgabe und nur durch die Kombination Bio-Landwirtschaft, Vermietung, Handwerk möglich. In der Gegend gibt es so viele traditionelle Handwerksbetriebe, dass ein eigener Rundweg entstanden ist, der die Besucher zu den unterschiedlichsten Werkstätten bringt – der Handwerkerrundgang Innervillgraten!

RÖMERSTADT AGUNTUM
Ein wenig außerhalb von Lienz und doch Jahrhunderte entfernt liegt die alte Römerstadt Aguntum. Hannes Rohracher kennt sich hier aus: „Aguntum, die einzige Römerstadt Tirols, wurde unter Kaiser Claudius Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. als Handelsstadt gegründet, mit zwei Bürgermeistern und 100 Gemeinderäten als Verwaltungs- und Verteilungszentrum der Region.

Aguntum war bestens mit dem Römischen Reich vernetzt, die Handelsstraßen waren sehr gut ausgebaut. Meeresfrüchte, wie z. B. Austern, wurden in kleinen mit Salzwasser gefüllten Holzfässern über den Plöckenpass von der Adria bis nach Aguntum gebracht und hier – im Macellum, dem ältesten Einkaufszentrum Österreichs – weiterverkauft. Das Handwerk spielte damals vor 2000 Jahren eine große Rolle, wie auch heute.“

Andrea Thomas
Andrea Thomas
Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.



Kostenlose Spiele