„Ist ein Warnsignal“

Gift aus Elektromüll in Delfin-Hirnen entdeckt

Wissen
25.02.2026 18:06
Porträt von krone.at
Von krone.at

Forschende schlagen Alarm: Im Körper von Schweinswalen und Delfinen wurden giftige Chemikalien entdeckt – und zwar jene Stoffe, die in den Bildschirmen von Fernsehern & Co. stecken. „Das ist ein Warnsignal“, sagt Forscher Yuhe He. Denn es gibt Hinweise darauf, dass auch wir Menschen gefährdet sind.

Man weiß schon länger, dass die sogenannten Liquid Crystal Monomers (LCM), die zur Herstellung von Bildschirmen verwendet werden, die Gesundheit von Menschen und Meerestieren gefährden. Eine in der Fachzeitschrift „Environmental Science & Technology“ veröffentlichte Studie zeigt jetzt allerdings, in welchem Ausmaß die Meeresbewohner tatsächlich davon betroffen sind.

Alarmierende Entdeckungen
Die Forschenden untersuchten Gewebeproben von Indo-Pazifischen Buckeldelfinen und Glattschweinswalen im Südchinesischen Meer über einen Zeitraum von 14 Jahren. Dabei machten sie gleich zwei brisante Entdeckungen: Mehrere der in den Proben nachgewiesenen LCM-Schadstoffe sind Gen-verändernd. Und die Wissenschaftler fanden geringe Mengen an LCM in den Gehirnen der Delfine und Schweinswale.

LCM-Schadstoffe

  • Liquid Crystal Monomers (LCM) sind synthetische organische Chemikalien, die oft bei der Herstellung von Bildschirmen für Fernseher, Computer oder Smartphones verwendet werden.
  • LCMs sind so konzipiert, dass sie besonders lange halten und sich nicht leicht abbauen. Das macht sie zu einem Problem für die Umwelt.
  • In den vergangenen Jahren sind viele Hersteller von LCM auf LED umgestiegen.

Schadstoffe im Gehirn bedeutet, dass die Blut-Hirn-Schranke überwunden wurde. Die Blut-Hirn-Schranke soll eigentlich verhindern, dass schädliche Stoffe vom Blut ins Gehirn gelangen. „Wenn diese Chemikalien die Blut-Hirn-Schranke bei Delfinen überwinden können, müssen wir uns Gedanken über mögliche ähnliche Auswirkungen auf Menschen machen“, warnt He, Forscher an der City University von Hongkong und Mitautor der Studie.

LMCs über Nahrung weitergegeben
Menschen könnten LCMs über kontaminierte Meeresfrüchte oder sogar Trinkwasser aufnehmen. Die Forschenden haben die Chemikalien auch in Fischen nachgewiesen, von denen sich Delfine und Schweinswale ernähren. Das deutet darauf hin, dass die Meeressäuger die LMCs über die Nahrungskette aufnehmen.

„Gesundheitskrise verhindern“
Noch haben die Wissenschaftler keine direkten Beweise, wie sich LCMs auf die menschliche Gesundheit auswirken. Aber: „Wenn wir warten, bis die Schäden für die menschliche Gesundheit vollständig nachgewiesen sind, wird es wahrscheinlich zu spät sein“, findet He deutliche Worte, gegenüber dem „Guardian“. „Jetzt Maßnahmen zur Regulierung von Elektroschrott zu ergreifen, bedeutet, eine zukünftige Krise der öffentlichen Gesundheit zu verhindern“, spricht He Klartext.

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