Krisenmanagement
Ex-Chef von Schloss Versailles wird Louvre-Leiter
Am Dienstag ist die bisherige Direktorin des Pariser Kunstmuseums Louvre, Laurence des Cars, zurückgetreten. Nun wurde mit Christophe Leribault ihr Nachfolger bekannt gegeben. Der Kunsthistoriker war zuletzt Chef des berühmten Schlosses Versailles.
Zuvor leitete er bereits das Musée d‘Orsay sowie den Petit Palais in Paris. Vor Jahren arbeitete Leribault auch in der Grafikabteilung des Louvre. Er gilt als Direktor, der einen Blick für interne Strukturen und Dialog hat. Am Petit Palais setzte er zum Beispiel Reformen um und bezog die Mitarbeitenden ein. Beobachterinnen und Beobachter erwarten, dass er zunächst das Gespräch mit den Gewerkschaften suchen wird und Vertrauen zurückgewinnen muss, das in den vergangenen Monaten spürbar gelitten hat.
Seit Ende 2025 kam es im Louvre immer wieder zu Arbeitsniederlegungen und zeitweisen Schließungen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter klagten über chronische Unterbesetzung, hohe Belastung und zunehmendes Outsourcing. Bereits vor Jahren hatten Sicherheits- und Empfangskräfte Alarm geschlagen, zuletzt verschärfte sich der Konflikt erneut.
Im Herbst geriet das Louvre wegen des spektakulären Juwelendiebstahls in die Schlagzeilen. Vier Männer hatten einen Teil der französischen Kronjuwelen im Wert von 88 Millionen Euro gestohlen, die Beute wurde bis heute nicht gefunden. Danach kämpfte das Kunstmuseum mit Wasserschäden, bei denen Dokumente und Gemälde beschädigt wurden, und dem Verdacht auf systematischen Ticketbetrug. Nun sind Investitionen in Sicherheit, Klima, Elektrik und Bausubstanz nötig.
Leribault hat jetzt Abläufe zu überprüfen, Verantwortlichkeiten zu klären und zu zeigen, dass das Museum im Ernstfall handlungsfähig ist. Besonders umstritten ist aktuell das Großprojekt „Louvre – Nouvelle Renaissance“. Geplant sind eine neue Eingangshalle, zusätzliche Ausstellungsflächen und ein eigener Saal für die Mona Lisa. Leribault solle Ruhe in das Haus bringen. Er habe ein solides Profil und sei unter seinen Kolleginnen und Kollegen anerkannt, sagte Frankreichs Regierungssprecherin Maud Bregeon am Mittwoch.










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