Mi, 15. August 2018

Zweifel an Schuld

29.03.2012 16:04

Brandanschlag auf Firma: Inhaberin freigesprochen

Nach einem Brandanschlag auf ein auf Wasser- und Luftkeimanalysen spezialisiertes Unternehmen in Innsbruck im November 2010 ist die ehemalige Firmeninhaberin am Donnerstag am Landesgericht Innsbruck freigesprochen worden. Der 44-Jährigen waren Bestimmung zur Brandstiftung, Verleumdung und versuchter Versicherungsbetrug über 33.000 Euro vorgeworfen worden. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Man habe nicht mit der nötigen Sicherheit die Schuld der Angeklagten feststellen können, erklärte Richterin Theresa Giner in ihrer Urteilsbegründung. Deshalb sei die Beschuldigte im Zweifel freigesprochen worden. Sowohl bei der Angeklagten als auch bei dem Hauptbelastungszeugen hätten sich laut Giner Widersprüche in den Aussagen aufgetan.

"Sie wollte, dass der Aktenschrank brennt"
Die 44-Jährige war von ihrem ehemaligen Angestellten schwer belastet worden. Dieser wurde Anfang August des vergangenen Jahres wegen Brandstiftung und schwerer Sachbeschädigung nicht rechtskräftig zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt (siehe Infobox). Seine ehemalige Chefin hätte ihn angestiftet, das Feuer zu legen, behauptete der damals 28-Jährige im Prozess.

Auch in der Verhandlung am Donnerstag bekräftigte der als Zeuge geladene Mann die Vorwürfe. "Sie wollte, dass der Aktenschrank brennt", meinte er. Die Frau habe das Ziel verfolgt, dass der Betrieb dadurch still stehe und die Versicherung "greift". Zudem habe ihm die Firmeninhaberin mitgeteilt, dass sie wegen eines Konzertbesuches in jener Tatnacht ein Alibi habe.

Kinder der Angeklagten waren zum Tatzeitpunkt im Gebäude
Verteidiger Hermann Holzmann verwies in der Verhandlung darauf, dass vor dem Schadensereignis bereits ein Investor per Vertrag in die Firma habe einsteigen wollen. Die Betriebsunterbrechungsversicherung hätte überdies in keinem Fall ausgereicht, um die Schulden des Unternehmens zu decken.

Zudem hätte die Angeklagte durch den Brand auch ihre Familie in Lebensgefahr gebracht, weil sich ihre beiden Kinder zum Tatzeitpunkt in einer Wohnung über den Büroräumen befunden haben.

Einige Bewohner bei Brand verletzt
Am 23. November 2010 war das Büro in Flammen aufgegangen. Laut den Ermittlern breitete sich eine explosionsartige Verpuffung über das ganze Gebäude aus. Das Büro der Firma brannte vollständig aus, zum Teil wurde selbst das Mauerwerk zerstört. Bewohner mussten evakuiert werden, einige erlitten Verletzungen. Im Zuge der Ermittlungen waren am Tatort Brandbeschleuniger nachgewiesen worden. Im April 2011 wurde schließlich über das Vermögen der Firma ein Konkursverfahren eröffnet.

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