Die vierteljährliche Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung zeichnet aktuell ein düsteres Bild, die Stimmung war zuletzt vor 15 Jahren so schlecht.
Der sogenannte Geschäftsklimaindex ist das Barometer der Vorarlberger Industrie und wird seit 2001 vierteljährlich erhoben. Die aktuelle Umfrage ist - leider - eine historische: Der Index weist einen Wert von minus 20,90 Punkten aus, das ist das zweitschlechteste Ergebnis seit Beginn der Aufzeichnungen. Nur ein einziges Mal war die Stimmung bei den Vorarlberger Industriebetrieben noch schlechter - und zwar zu Beginn der globalen Wirtschaftskrise 2008. Damals vor 15 Jahren blickte die Welt in den Abgrund, einzig beispiellose Rettungspakete dies- und jenseits des Atlantiks verhinderten letztlich einen systemischen Kollaps. Selbst zum Höhepunkt der Corona-Pandemie war der Pessimismus nicht so ausgeprägt wie derzeit.
Bereits die aktuelle Auftrags- und Ertragslage wird vom Großteil der Unternehmen als schlecht bewertet, so richtig düster fällt aber der Ausblick aus: Demnach gehen nur vier Prozent der befragten Betriebe von einer wirtschaftlichen Erholung aus - 47 Prozent rechnen mit einer unveränderten Geschäftslage, 49 Prozent erwarten sich sogar eine weitere Verschlechterung.
„Überzogene Forderungen“
Angesichts der Herbstlohnrunde bekommt der Geschäftsklimaindex auch eine politische Dimension. Bereits in den vergangenen Wochen haben die ersten Betriebe in Vorarlberg angekündigt, Beschäftigte zu entlassen. Das Ende der Fahnenstange dürfte damit aber noch nicht erreicht sein: „Es muss durchaus damit gerechnet werden, dass in nächster Zeit weitere Mitarbeiter freigestellt werden“, sagt IVV-Geschäftsführer Christian Zoll. Im Zusatz winkt er ganz unverhohlen mit dem Zaunpfahl in Richtung der Arbeitnehmerverbände: „Überzogene Forderungen bei der aktuellen Lohnrunde sind fehl am Platz!“
Botschaft kommt nicht gut an
Eine Botschaft, die bei den Adressaten nicht sonderlich gut ankommt: „Die ständigen Zurufe von außen durch die Industriellenvereinigung und die unerträglichen Versuche, die KV-Verhandlungen zu beeinflussen, gehören endlich eingestellt“, ärgert sich etwa der ÖGB-Landesvorsitzender Reinhard Stemmer.
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