Dass der slowenische Philosoph Slavoj Žižek bei seiner Eröffnungsrede zur Frankfurter Buchmesse einen Skandal auslöste, nur weil er im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Nahost-Krise von komplexen historischen Hintergründen sprach, die auch großes Unrecht an den Palästinensern umfassen, beweist, dass diesbezüglich in diesen Tagen so etwas wie ein hysterisches Klima vorherrscht.
Dies äußert sich auch darin, dass das natürlich absolut zu verurteilende Herunterreißen israelischer Fahnen durch idiotische und in keiner Weise integrierte arabischstämmige Jugendliche oder durch besoffene Teenager medial als Staatsverbrechen dargestellt wird.
Ignorieren historischer Fakten
EINERSEITS ist natürlich vorbehaltlose Solidarität mit Israel angesichts des mörderischen Überfalls der Hamas-Terroristen angebracht. Und dieser beispiellose Terrorakt darf natürlich auch nicht relativiert werden, indem man auf das Unrecht hinweist, das den Palästinensern im Laufe der letzten 75 Jahre widerfahren ist.
ANDERERSEITS kann man beim nunmehr wieder aufgeflammten Nahostkonflikt die historischen Hintergründe nicht ignorieren. Und auch die Ermordung von mehr als 1000 Israelis rechtfertigt nicht die völkerrechtswidrige Vertreibung und Bombardierung von zwei Millionen palästinensischen Zivilisten im Gazastreifen.
Wenn Solidarität gegen den Terror zum geradezu hysterischen Ignorieren historischer Fakten wird, ist Israel damit nicht gedient.
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