Scharfe Kritik üben die Neos am Gesundheitssystem. Nicht nur, dass man keine Lösungen für das Gesamtproblem in der Pflege suche - es gäbe massive Ungleichbehandlungen, wie etwa bei der Förderung der Hauskrankenpflege. Und man müsse endliche etwas tun, damit die gesunden Lebensjahre der Österreicher sich endlich dem EU-Schnitt nähern.
Rund 75.000 Kräfte, davon mehr als 20.000 in NÖ, werden bis 2030 in der Pflege fehlen. „Der Pflegetausender sieht zwar auf den ersten Blick gut aus, ist aber keine Lösung für das Gesamtproblem“, so Neos-Gesundheitssprecherin Edith Kollermann. Denn große Teile der Bevölkerung nähern sich dem Pensionsalter und werden das Sozialsystem bald weitaus stärker als heute belasten.
Teillösung bei Hauskrankenpflege?
Eine Teillösung läge in der Gleichstellung der Hauskrankenpflege - die weitaus billigere Variante zum teuren Heimplatz. Bisher werden nur „Große“, wie Caritas, Hilfswerk oder Volkshilfe gefördert. Vom Job im Spitalsdienst demotiviert war etwa Monika Cadaj, die sich dann selbstständig gemacht hat: „Die beste Entscheidung meines Lebens.“ So sieht das auch Dr. Rosa Maria Eglseer, die als Community Health Nurse tätig ist.
20.000 Gewerbe, der Großteil ruht
20.000 Gewerbeanmeldungen stehen aber nur 2000 Aktiven in der selbstständigen Pflege gegenüber. Alle gleich zu fördern bedeute, dass wesentlich mehr Pfleger zur Verfügung stünden, so Kollermann: „Als Pflegekraft hältst du derzeit im Schnitt nur sieben Jahre durch.“ Man müsse wie in Skandinavien bei der Gesundheitsprävention ansetzen. Dort ist die Lebenserwartung gleich hoch – bei weitaus mehr gesunden Lebensjahren (Schweden: 73, Österreich: 57, EU-Schnitt: 65). „Jedes Jahr, das wir hier gewinnen, entlastet das System massiv.“
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.