Ziele für Strom aus erneuerbaren Quellen drohen verfehlt zu werden - so lautet die Befürchtung der Wirtschaftskammer Vorarlberg.
Österreich hat sich mit dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz zum Ziel gesetzt, bis 2030 den Stromverbrauch bilanziell aus erneuerbaren Energien abzudecken. Dazu soll die jährliche Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen vom Jahr 2020 bis zum Jahr 2030 mengenwirksam um 27 TWh gesteigert werden, pro Jahr also um 2,7 TWh. Die Realität hinkt der Ambition allerdings meilenweit hinterher: Im Jahr 2022 wurden in Österreich nur 43 TWh Strom aus Wasserkraft, Windkraft und Photovoltaik gewonnen. 2021 waren es 45 TWh und 2020 fast 48 TWh.
Die Verfügbarkeit von erneuerbarem Strom ist die Voraussetzung für klimaneutral gestaltete Industrieprozesse.
Markus Comploj, Obmann der WK-Sparte Industrie
Einseitige Fokussierung auf Photovoltaik
Zwar wird für 2023 wieder ein leichter Anstieg erwartet, Fakt bleibt aber, dass insbesondere bei Wasser- und Windkraft der Ausbau stockt. Markus Comploj, Obmann der Sparte Industrie der Wirtschaftskammer Vorarlberg, stört sich zudem an der in vielen Regionen einseitigen Fokussierung auf die Photovoltaik. Das belaste die Netze und treibe die Netzgebühren in die Höhe: „Schon heute stößt das Stromnetz an seine Grenzen, wenn der Verbrauch niedrig und die Produktion erneuerbarer Energien hoch ist. Das ist beunruhigend - denn bis 2030 werden sich die Erzeugungsspitzen von heute etwa 10 GW mehr als verdoppeln.“
Außerdem erzeugen Photovoltaikanlagen nur etwa ein Viertel ihres Ertrags im verbrauchsstarken Winterhalbjahr - was wiederum bedeutet, dass massiv in den Ausbau der Elektrolyseleistung und der Speicherkapazität für klimaneutralen Wasserstoff investiert werden müsste.
Strom vor Ort verbrauchen
Generell gilt: Photovoltaik ist dann am effizientesten, wenn die daraus produzierte Energie direkt vor Ort verbraucht wird. Comploj fordert daher, künftig bei den Förderungen die Eigenverbrauchsquote weit stärker zu gewichten, als das aktuell der Fall ist.
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