Das 130-Millionen-Euro-Paket für die Mitarbeiter der steirischen Landeskrankenhäuser ist endgültig fixiert: Jetzt gab es auch eine Einigung für die letzten Berufsgruppen. Währenddessen formiert sich Protest gegen die Veränderungen am LKH Bruck.
Die Freude war groß bei einem Großteil der fast 20.000 Bediensteten der Spitalsgesellschaft Kages, als im Juni das 130 Millionen Euro schwere Gehaltspaket vorgestellt wurde - nicht aber bei den medizinisch-technischen Diensten (etwa Diätologen, Logopäden, Ergo- und Physiotherapeuten). Ihr Gehaltsschema wird an jenes der Pflegekräfte angeglichen, Nachteile wurden befürchtet.
Nach monatelangen Verhandlungen gibt es nun aber eine Einigung mit den Berufsgruppenvertretern, wie die 3,5 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr aufgeteilt werden: Es gibt ein Modell mit drei Stufen an Zulagen, je nach Erfahrung und Qualifikation. Am Dienstag wurde es mit dem Vorstand fixiert, so Betriebsratschef Michael Tripolt. Allerdings: Für den Landtagsbeschluss der Gehaltsreform im Oktober geht sich die Einigung nicht mehr aus, bis Jahresende soll aber eine separate Gesetzesnovelle folgen.
Sorge um LKH Bruck bei SPÖ-Bürgermeistern
Neben dem Gehaltsschema ändern sich auch die Strukturen in vielen LKH, besonders im Verbund von Bruck und Leoben. Laut dem ärztlichen Direktor Erich Schaflinger wird die Brucker Abteilung für Orthopädie und Traumatologie - hier gab es im Vorjahr viele Abgänge - ab Oktober unter neuer Führung wieder hochgefahren. Zudem wird die Kardiologie gestärkt: Ein viertes Dienstrad ist geplant.
Fest steht: Die Gefäßchirurgie wandert mit 2. Oktober nach Leoben. Die Unfallchirurgie soll zu einem späteren Zeitpunkt nach Leoben transferiert werden.
Die Unruhe in der Region ist dennoch beträchtlich, etwa weil ein Großteil der Anästhesisten an den Standort Leoben wechseln wird. Die SPÖ-Bürgermeister des Bezirks Bruck-Mürzzuschlag haben am Mittwoch in einer Sitzung eine Resolution entworfen, die eine Versorgungssicherheit und eine Attraktivierung des Standorts Bruck fordert. Die Vorlage soll nun in den Gemeinderäten der Region beschlossen werden, sagt Landtagsabgeordneter und Turnaus Bürgermeister Stefan Hofer.
Zwei Rechnungshöfe prüfen Kages
In der Spitalsgesellschaft Kages selbst werden in den nächsten Monaten viele Prüfer anzutreffen sein. Nachdem die Landesregierung am Dienstag eine Prüfung des vergangenen Personalmanagements beim Bundesrechnungshof beantragt hat, beauftragt einen Tag später die versammelte Opposition eine Prüfung durch den Landesrechnungshof.
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