Im Frost konserviert

31.000 Jahre alte Eiszeit-Blume erblüht im Labor

Wissen
21.02.2012 10:15
31.000 Jahre lang ruhte sie im russischen Permafrostboden, jetzt haben Forscher eine Eiszeit-Blume zum Blühen gebracht. Die sibirische Kälte hatte einige Pflanzenteile konserviert, so dass sie die Wissenschaftler im Labor zu neuem Leben erwecken konnten. Die russischen Biologen veröffentlichten ihre Ergebnisse nun in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften.

Das Pflanzenmaterial, das die Forscher um Swetlana Jaschina von der Russischen Akademie der Wissenschaften in Puschtschino, Russland, bearbeiteten, stammt aus unterirdischen Höhlen, die vor etwa 31.000 Jahren von Erdhörnchen gegraben und als Futterverstecke genutzt worden waren. Sie liegen rund 38 Meter unter der Oberfläche des heutigen Permafrostbodens.

Der Erfolg ihres Versuchs unterstreiche, wie bedeutend Permafrostböden als Lagerstätte für Leben seien, das längst von der Erde verschwunden geglaubt schien, schreiben die Wissenschaftler. Die dauerhaft gefrorenen Böden bedecken etwa ein Sechstel der Landoberfläche der Erde (siehe Infobox).

Aus unreifen Früchten Setzlinge gezüchtet
Aus den verschiedenen in den Höhlen gefundenen Pflanzen wählten die Forscher die Art Silene stenophylla aus, die zur Gattung der Leimkräuter gehört. Sie entnahmen aus noch unreifen Früchten der Pflanze embryonales Gewebe und entwickelten daraus zunächst im Labor kleine Setzlinge. Diese pflanzten sie ein. 

Silene stenophylla ist damit die weltweit älteste nachgezüchtete Pflanze. Den bisherigen Rekord hielt ein Palmengewächs, das israelische Forscher aus einem 2.000 Jahre alten Samen züchteten.

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