Verschleiertes Leid
Aufnahme aus dem Jemen ist bestes Pressefoto 2011
Im Zuge der revolutionären Bewegungen in der arabischen Welt hatten Anfang 2011 auch im Jemen Proteste mit Hunderten Toten gegen den seit 1978 amtierenden Staatschef Ali Abdallah Saleh eingesetzt.
Fotograf Aranda war im Herbst des Vorjahres im Auftrag der "New York Times" im Jemen. Das Foto wurde im Oktober in der Hauptstadt Sanaa in einer Moschee aufgenommen, in der Gegner von Präsident Saleh ein Feldlazarett einrichteten.
Der Staatschef unterzeichnete schließlich im November ein Abkommen zum Machtverzicht. Im Gegenzug wurde ihm Straffreiheit zugesichert. Bis zur Präsidentschaftswahl am 21. Februar ist Saleh als Ehrenpräsident formell noch im Amt.
Foto zeigt "eine private, intime Seite"
"Das Foto steht für die gesamte Region", begründete Jurymitglied Koyo Kouoh in Amsterdam die Auszeichnung im wichtigsten Fotowettbewerb der Welt. "Es repräsentiert Jemen, Ägypten, Tunesien, Libyen, Syrien - einfach alles, was während des arabischen Frühlings geschah." Das Besondere an dem Foto sei, dass es in einer bedeutenden Entwicklung "eine private, intime Seite" zeige.
Eine international besetzte Jury aus 19 Fotografen wählte das Bild unter mehr als 100.000 Bewerbungen aus. Teilgenommen hatten 5.247 Fotografen aus 124 Ländern. Die weiteren Gewinner-Fotos sind auf der Website der Stiftung World Press Photo, die jedes Jahr in unterschiedlichen Kategorien Preise für die besten Pressefotos vergibt, zu sehen. Die Auszeichnungen gelten als "Oscars der Pressefotografie".
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