Entwickler in Wien

Ein erster Blick auf den 2K-Shooter “The Darkness II”

Spiele
20.01.2012 17:17
Das Böse ist immer und überall, mitunter sogar direkt in uns drinnen. Jackie Estacado weiß davon ein Liedchen zu singen: Knapp fünf Jahre nach dem Erscheinen von 2Ks Shooter "The Darkness" muss er in der in Kürze erscheinenden Fortsetzung wieder die Dunkelheit umarmen, um sich gegen eine neue Bedrohung zur Wehr zu setzen. Bei einem Pressetermin am Donnerstag in Wien verriet Entwickler Tom Galt, was Fans erwartet.

Im Mittelpunkt von "The Darkness II" steht einmal mehr Jackie Estacado, der inzwischen zum "Don" der Unterwelt gereift ist und daher ein dementsprechend hohes Ansehen genießt. Dieser Position ist es auch zu verdanken, dass er selbst während der letzten zwei Jahre, die seit dem Erscheinen des ersten Teils im Spiel vergangenen sind, keinen Finger krumm machen musste und die Drecksarbeit anderen überließ. Die in ihm schlummernde Dunkelheit – ein Parasit, der ihn langsam von innen verzehrt, ihm zugleich aber auch unglaubliche Kräfte verleiht - verkümmerte daher zusehends. Ein neuer Widersacher, der danach trachtet, Jackie die Dunkelheit zu entreißen, zwingt diesen jedoch dazu, sich erneut mit seiner dunklen Seite einzulassen. Denn wie heißt es im Spiel doch so schön: Der Wirt darf nicht sterben.

Welche Irrungen und Wirrungen die Geschichte noch bereithält, wollte Lead Designer Tom Galt bei der Präsentation in Wien nicht verraten. Auch nicht, ob Jackie – ähnlich dem ersten Teil – im weiteren Spielverlauf wieder in die Tiefen der Hölle hinabsteigen muss. "Hauptschauplatz ist New York, doch es gibt eine Reihe von anderen Schauplätzen, auf die sich die Fans freuen können", so Galt gegenüber krone.at. Das Tolle an "The Darkness" sei ja gerade, dass man diesbezüglich sehr viele Freiheiten habe. Wir warten also gespannt. Bis zum Erscheinen des Titels am 10. Februar für PC, PS3 und Xbox 360 bietet die seit Donnerstag via Xbox Live erhältliche Demo schließlich noch genug Sehenswertes.

Frischer Look fürs grausige Geschehen
Da wäre zunächst die Optik, die laut Galt nun wesentlich stärker die Comic-Herkunft des Spiels unterstreicht. Um das zu verwirklichen, griffen die Entwickler auf das sogenannte Cel-Shading zurück, wie man es beispielsweise bereits aus dem 2K-Shooter "Borderlands" kennt. Obwohl anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, fallen die satten Farben und gemalt wirkenden Charaktere bald nicht mehr auf. Im Gegenteil: Der "Look" steht dem Spiel erstaunlich gut, wobei vor allem das Wechselspiel zwischen Licht und Dunkelheit bzw. zwischen bunt und schwarz-weiß sehr reizvoll ist.

Neue dämonische Kräfte
Letzteres resultiert aus der alten Schwäche der Darkness: grellem Licht. Wer nicht möchte, dass der Parasit im Lichtkegel eines Scheinwerfers zu brutzeln anfängt und nach und nach seine Kräfte einbüßt, muss daher auch in Teil zwei wieder fleißig Glühbirnen und andere Leuchtkörper zerdeppern – sei es mit einem der zahlreichen Schießprügel, die zur Verfügung stehen, oder Jackies Dämonenarmen, deren Funktionalität für die Fortsetzung des Spiels grundlegend überarbeitet und verbessert wurde.

So kann Jackie neuerdings mit dem linken Arm nach Gegenständen greifen und diese werfen, während der rechte unter Mithilfe des Analogsticks zum Schlagen sowohl in senkrechter als auch waagrechter Richtung taugt, was im Prinzip einer Unterteilung der beiden Arme in Nah- und Fernkampf gleichkommt. Kombiniert mit der Möglichkeit, parallel dazu auch zwei Waffen abfeuern zu können, ergeben sich äußerst dynamische Kombo-Angriffe, die vor allem einen Zweck verfolgen: die Dunkelheit mit sogenannter Essenz zu nähren.

Ausbaufähiger Parasit
Letztere ermöglicht es Jackie, die in ihm schlummernden Kräfte zu verbessern. In einem entsprechenden Fertigkeitenmenü stehen dafür vier verschiedene Talentbäume zur Auswahl. Mit ihnen lassen sich beispielsweise Waffennachladezeiten verkürzen oder spezielle Dämonenfertigkeiten wie das bereits bekannte Schwarze Loch freischalten. Als besonders praktisch erweisen sich auch die diversen neuen Finishing-Moves, mit denen Jackie sein Gegenüber "kunstvoll" zur Strecke bringen kann: Äußerst blutig anzusehen, erlauben sie es dem Wirt und seinem Parasiten, mit jedem Kill beispielsweise wieder ein Stückchen Gesundheit zu regenerieren oder den Munitionsvorrat aufzufrischen.

Altbekannte Unterstützung
Wiederum eine andere Fertigkeit ermöglicht es, Jackies sogenannten Darkling für eine ordentliche Tracht Prügel auf Feinde zu werfen. Dem bereits bekannten dämonischen Diener wird damit auch im zweiten Teil die Rolle des Sidekicks zuteil, der inmitten des blutigen Gemetzels für die nötigen Lacher sorgt. Weniger zum Lachen, sondern geradezu furchteinflößend ist hingegen abermals, was Mike Patton, Faith-No-More-Frontmann und amerikanische Synchronstimme der Dunkelheit, hinter dem Mikrofon für absonderliche Laute produziert. Patton quiekt, quäkt, kreischt und krächzt, dass es eine Freude ist.

Fazit: Die ersten 30 Minuten der Demo stimmen positiv auf das baldige Erscheinen von "The Darkness II" ein. Auch wenn sich noch nicht viel über den genauen Verlauf in Erfahrung bringen ließ, scheinen die Entwickler wieder großen Wert auf die Story gelegt zu haben. Die verbesserten Dämonenarme sorgen indes dafür, dass die Action nicht zu kurz kommt, während das deutlich umfangreichere Fertigkeitenmenü Abwechslung schafft und – wenn auch nur rudimentär – eine Portion Rollenspiel-Flair ins Spiel bringt. Wenn dann noch Mike Pattons Stimmorgan und eine Portion Humor in Form des Darklings hinzukommen, dürfte einem vergnüglichen Spielspaß (für Erwachsene, wohlgemerkt) eigentlich nichts mehr im Wege stehen.

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