Do, 13. Dezember 2018

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28.12.2011 11:56

Dubai: Adelsmayrs Anklage-Gutachten "wurde manipuliert"

Die Anwälte des in Dubai wegen Mordes angeklagten oberösterreichischen Arztes Eugen Adelsmayr haben bei der Verhandlung am Mittwoch in Dubai eine Bombe platzen lassen. Die Rechtsvertreter fanden heraus, dass das Gutachten, auf dem die Mordanklage basiert, manipuliert worden sei, so Adelsmayr. Das Dokument habe der staatliche Krankenhausträger in Dubai erstellen lassen. Doch bei der Übersetzung aus der Originalsprache Englisch ins Arabische, fehlten plötzlich 19 Seiten, alles Entlastende sei laut dem österreichischen Arzt rausgestrichen worden.

"Höhepunkt der Verhandlung war ganz am Schluss, als meine Anwälte das Kerndokument der Anklage in Originalschrift präsentierten", sagte Adelsmayr. Das Expertenpapier, das von der "Dubai Health Authority", dem staatlichen Krankenhausträger, auf Englisch verfasst wurde, sei eine "ungeheuerliche Fälschung".

19 Seiten bei Übersetzung gestrichen
Durch die Übersetzung ins Arabische - der Prozess wird in arabischer Sprache geführt - seien 25 Seiten auf sechs zusammengeschrumpft. Sämtliche für den Mediziner entlastenden Punkte seien weggelassen worden bzw. einige Punkte hinzugefügt worden, die im Original nicht zu finden seien, berichtete Adeslmayr.

Die manipulierte Version sei von der "Dubai Health Authority" an die Staatsanwaltschaft übermittelt worden, um gegen den Oberösterreicher Anklage zu erheben. "Das (Gutachten, Anm.) wurde erlogen, manipuliert und gefälscht in einem Ausmaß, das ist ungeheuerlich", so der Mediziner.

"Staatsanwalt ist nervös geworden"
Die Übersetzung wurde nicht gerichtlich beeidet, sondern selbst von dem Vorsitzenden der von der Authority eingesetzten Untersuchungskommission vorgenommen, sagte Adelsmayr. Das Gericht werde sich nun das Original in Ruhe anschauen müssen. Als nächster Termin wurde der 22. Jänner festgesetzt. "Das Gericht war extrem irritiert und beunruhigt, der Staatsanwalt ist nervös geworden."

Beim nächsten Termin im Jänner werden Adelsmayr und seine Anwälte auf weitere Experten und Zeugen verzichten. Am Mittwoch waren noch drei Entlastungszeugen am Wort. Eine Oberschwester, die zum Todeszeitpunkt des Patienten im Dienst war, ist extra aus Südafrika angereist. Adelsmayr wollte sich noch in der Nacht auf Donnerstag auf den Weg nach Wien und in der Folge nach Bad Ischl machen. Am 20. Jänner reist er wieder zurück in den Wüstenstaat, um für die nächste Verhandlung anwesend zu sein.

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