Di, 14. August 2018

Onkel wird General

25.12.2011 14:23

Nordkorea: Kims Familienclan festigt seine Macht

In Nordkorea gibt es Anzeichen dafür, dass der Familien-Clan des verstorbenen Alleinherrschers Kim Jong Il seine Macht weiter stärkt. Das Staatsfernsehen zeigte am Sonntag den Onkel an der Seite von Kims Sohn und erwählten Nachfolger Kim Jong Un am Glassarg des in Pjöngjang aufgebahrten Ex-Diktators. Der 65-jährige Jang Song Thaek (hinter Kim Jong Un) trug dabei eine Militäruniform mit dem Rangabzeichen eines Generals.

Nordkorea habe Jang Song Thaek, den Ehemann von Kims jüngerer Schwester, zum ersten Mal in Militäruniform im Fernsehen gezeigt, berichteten südkoreanische Medien. Jang gilt seit Langem als graue Eminenz des kommunistischen Regimes und Mentor des noch nicht 30-jährigen Kim Jong Un. Unklar war zunächst, ob Jang den Titel eines Generals der Streitkräfte bereits offiziell erhalten hat. Am Samstag hatte die Staatspresse Kim Jong Un zum ersten Mal als "obersten Befehlshaber" bezeichnet.

Kim Jong Il hatte seinen Schwager im vergangenen Jahr zu seinem Stellvertreter in der Nationalen Verteidigungskommission, dem militärischen Führungsgremium des Staates, gemacht. Es gilt als sicher, dass sich Kim Jong Il seit seinem Schlaganfall vor drei Jahren mit Personen seines Vertrauens, darunter seine Schwester Kim Kyong Hui und deren Mann Jang Song Thaek, umgeben hatte, um den Machttransfer auf seinen jüngsten Sohn vorzubereiten. Kim selbst hatte die Macht von seinem 1994 gestorbenen Vater und "ewigen Präsidenten" Kim Il Sung übernommen.

Pjönjang weiter verärgert über Südkoreas Kondolenz
Unterdessen zeigt sich Nordkorea weiterhin verärgert über Südkoreas Reaktion auf den Tod von Kim Jong Il. Südkoreas Regierung hatte der Bevölkerung des kommunistischen Nachbarlandes ihre Anteilnahme ausgesprochen, sich jedoch nicht direkt an das Regime in Pjöngjang gewandt. Zudem lässt Seoul mit zwei Ausnahmen keine Besuche von Beileidsdelegationen aus Südkorea zu.

Nordkorea rief nun seinen Nachbarn dazu auf, die Zahl der Beileidsdelegationen nicht zu beschränken. Pjöngjang werde es nicht tolerieren, wenn jemand Trauernde abhalte, hieß es am Sonntag in einer Erklärung des staatlichen Komitees für eine friedliche Wiedervereinigung Koreas. "Die südkoreanische Regierung sollte berücksichtigen, dass ihre Störungen unvorhersehbare und katastrophale Konsequenzen für die Nord-Süd-Beziehungen nach sich ziehen werden."

Kim Jong Il war nach offizieller Darstellung am 17. Dezember im Alter von 69 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. Die Beisetzungsfeierlichkeiten sollen an diesem Mittwoch stattfinden. Es wird erwartet, dass die Witwe des früheren südkoreanischen Präsidenten Kim Dae Jung samt mehreren Begleitern am Montag mit dem Auto nach Pjöngjang reist. Allerdings wird Lee Hee Ho nach Angaben des Vereinigungsministeriums am Dienstag zurückkehren und nicht an der Beisetzungsfeier teilnehmen.

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