Sa, 18. August 2018

Weihnachtsamnestie

24.12.2011 08:25

Kubas Regierung will fast 3.000 Häftlinge freilassen

Kubas Führung will fast 3.000 Gefangene freilassen. Wie Staatschef Raul Castro (Bild) am Freitag in der Hauptstadt Havanna mitteilte, soll die Amnestieregelung bereits "in den kommenden Tagen" in Kraft treten und auch für 86 inhaftierte Ausländer aus 25 Ländern gelten. Sie sollen aus "humanitären Gründen" freikommen. Darunter seien auch politische Gefangene, die für Verbrechen gegen die "Sicherheit des Staates" verurteilt worden sind.

Die geplante Freilassung der Gefangenen kommt vor einem Besuch von Papst Benedikt XVI. im kommenden Jahr noch vor Ostern in Kuba. In ihrer Mitteilung zog die kubanische Regierung am Freitag zunächst zwar keine direkte Verbindung zwischen der geplanten Freilassung und dem Papst-Besuch, Castro nannte den Besuch später aber einen der Gründe für die Amnestie. Die humanitäre Geste mache die Stärke Kubas deutlich, sagte Castro.

Die Gefangenen würden nach "zahlreichen" Ansuchen der Familien und religiösen Einrichtungen freigelassen. Die Regierung hatte im vergangenen Jahr aufgrund einer Vereinbarung mit der katholischen Kirche mehr als 100 politische Gefangene aus der Haft entlassen. Wann genau die Gefangenen freikommen sollten, war zunächst nicht klar.

Freilassungen wegen guter Führung
Wie Castro zum Abschluss der halbjährlichen Sitzung der Nationalversammlung sagte, sind unter den fast 3.000 Gefangenen, die in dem außergewöhnlichen Schritt freikommen sollen, Frauen, Kranke, Menschen über 60 Jahre sowie junge Häftlinge mit guten Prognosen für eine Resozialisierung. Alle hätten bereits einen Großteil ihre Strafe im Gefängnis verbüßt und gutes Verhalten gezeigt.

Bis auf wenige Ausnahmen soll die Amnestie nicht für Gefangene gelten, die wegen schwerer Verbrechen wie Spionage, Drogenhandels, Terrorismus oder Mord verurteilt wurden. Unter den 86 Ausländern, die begnadigt werden sollen, sind demnach 13 Frauen. Welche Ausländer genau freikommen sollen, sagte Castro zunächst nicht.

US-Amerikaner Gross nicht unter den Begnadigten
Nicht unter den Begnadigten ist der US-Amerikaner Alan Gross, dessen Festnahme im Jahr 2009 zu Verstimmungen zwischen Washington und Havanna geführt hatte. Gross hatte in Havanna für ein Programm zum Aufbau der Demokratie gearbeitet, das von USAID, der US-Behörde für Entwicklungszusammenarbeit, finanziert wurde. Nach Angaben seiner Familie sollte er der kleinen jüdischen Gemeinde Kubas den Zugang zum Internet erleichtern, nach Auffassung der kubanischen Regierung diente das USAID-Programm dem Sturz der Regierung. Gross wurde zu 15 Jahren Haft verurteilt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.