Fr, 14. Dezember 2018

"Eine Schande"

20.12.2011 09:27

Clinton empört über Gewalt gegen Frauen in Ägypten

"Die systematische Erniedrigung ägyptischer Frauen entehrt die Revolution, bringt Schande über den Staat und ist einem großen Volk nicht angemessen", US-Außenministerin Hillary Clinton geht mit der aktuellen Situation in Ägypten hart ins Gericht. In einer Rede an der Georgetown University in Washington ließ die Politikerin ihrer Empörung freien Lauf. Auslöser soll unter anderem ein YouTube-Video (Screenshot) sein.

Das Video (hochgeladen von "RussiaToday") zeigt, wie Soldaten eine verschleierte Frau schlagen, treten, über den Boden schleifen und sie dabei zum Teil entblößen. Das Militär soll den Vorfall bestätigt haben. Auf anderen Bildern in sozialen Netzwerken war etwa auch zu sehen, wie ein Militärpolizist eine weinende ältere Frau mit einem Schlagstock bedroht.

Clinton spricht nun von "entsetzlichem Missbrauch". "Journalistinnen wurden sexuell belästigt, und jetzt werden Frauen angegriffen und geschlagen." Obwohl sich die Frauen genauso wie Männer in der Revolution engagiert hätten, würden sie nun von der Macht ausgeschlossen und auch noch erniedrigt. Es handle sich um "kriminelles" Verhalten, das thematisiert werden müsse, betont die Demokratin.

Wieder Schüsse auf Tahrir-Platz
Ägyptische Sicherheitskräfte sind indes auch am Dienstag mit Schusswaffen, Schlagstöcken und Tränengas gegen Demonstranten in Kairo vorgegangen. Diese widersetzten sich dem Versuch der Sicherheitskräfte, den Tahrir-Platz zu räumen - daraufhin fielen Schüsse. Ein Augenzeuge berichtete: "Sie haben Jagd auf Demonstranten gemacht und alles verbrannt, was ihnen im Weg war, auch Medikamente und Decken."

Die Demonstranten hatten versucht, eine Mauer einzureißen, die das Parlament von dem Platz abschirmt. Ein Mitglied der Sicherheitskräfte beschuldigte Aktivisten, das Parlament zerstören zu wollen.

Kairo erlebt seit Freitag die schwersten Zusammenstöße seit dem Volksaufstand, der im Februar zum Sturz von Präsident Hosni Mubarak führte. Nach Angaben von Ärzten starben bisher 13 Menschen. Die Demonstranten protestieren für einen schnelleren Übergang zu einer Zivilregierung.

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