Di, 17. Juli 2018

"Himmelgeborener"

19.12.2011 06:04

Kim Jong Il: Ein Tyrann als "Sonne der Menschheit"

"Der Geliebte Führer", die "Sonne der Menschheit", der "Himmelgeborene" - der am Samstag verstorbene nordkoreanische Machthaber Kim Jong Il hatte viele Beinamen. Sein Bild und das seines Vaters und Staatsgründers Kim Il Sung sind in der letzten stalinistischen Diktatur allgegenwärtig.

Der Personenkult hatte sich nach dem Tod des Vaters im Jahr 1994 direkt auf Kim Jong Il übertragen - und erreichte wie beim Vater teilweise absurde Ausmaße.

Angeblich auf Heiligem Berg Paekdu geboren
Nach offizieller Darstellung soll Kim Jong Il am 16. Februar 1942 in einem anti-japanischen Widerstandscamp auf dem Heiligen Berg Paekdu in Korea geboren worden sein. Dort soll es in der Nacht der Geburt ungewöhnliche Himmelserscheinungen gegeben haben. Nach Ansicht westlicher Experten ist das allerdings eine Legende. Kim wurde demnach bereits 1941 in einem Trainingslager der sowjetischen Armee bei Chabarowsk in Sibirien geboren, wo sein Vater und Vorgänger, der "Ewige Präsident" Kim Il Sung, diente.

Vom Privatleben des Kim Jong Il wusste und weiß man kaum etwas. Nur so viel: Er war vier Mal verheiratet und hat vier eheliche Kinder. Zu seiner ersten Ehe soll er von seinem Vater Kim Il Sung gezwungen worden sein, während er bereits heimlich mit seiner späteren zweiten Ehefrau zusammenlebte. Der "Geliebte Führer" litt an Diabetes und soll bereits seit Längerem herzkrank sowie außerdem an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt gewesen sein.

Exzentrische "Witzfigur" mit auftoupierten Haaren
Im Westen hatte Kim Jong Il keinen guten Ruf. Er galt als exzentrisch und wurde wegen seines auftoupierten Haars, den blousonartigen Anzügen mit strammem Gummizug über dem Bauch und den Plateauschuhen oft als Witzfigur dargestellt.

Doch lachen konnte man über seine Taten nicht: Unter Kims Führung sollen rund eine Million Nordkoreaner verhungert sein. Auch wird er für mehrere blutige Anschläge verantwortlich gemacht, darunter das Bombenattentat auf das südkoreanische Kabinett im Jahr 1983 in Rangun und den Absturz eines Jets der Korean Airlines 1987.

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