Das Ergebnis einer neuen IMAS-Studie überrascht: Obwohl das Gesundheitssystem nicht aus den Negativschlagzeilen kommt, zeigen sich viele über 60-Jährige durchaus zufrieden. Neun von zehn Befragten finden, dass die medizinische Versorgung in Oberösterreich gut oder sehr gut ist.
Frau Sch. ist 83 Jahre alt. Beim Hausarzt war die rüstige Linzerin in den letzten 40 Jahren nie, was jetzt zum Problem wurde. Denn als sie massive Probleme am Bewegungsapparat bekommt, muss sich ihr Sohn erst mühsam um einen Termin bemühen, weil alle Hausärzte in der nahen Wohnumgebung keine neuen Patienten mehr aufnehmen.
Mit Gesundheitspersonal zufrieden
Obwohl dies sicher kein Einzelschicksal ist, gaben bei einer IMAS-Umfrage unter 401 Oberösterreichern über 60 Jahren überraschend viele Befragte – nämlich 87 Prozent – an, mit der gesundheitlichen Versorgung in OÖ sehr oder eher zufrieden zu sein. So finden 84 Prozent, dass der Hausarzt gut erreichbar ist und für 80 Prozent sind die Krankenhäuser ideal übers Land verteilt. Ebenso viele attestieren dem Gesundheitspersonal eine hohe fachliche Kompetenz.
Klassische Beschwerden
„Vielleicht sind die Menschen heute etwas gesünder als früher“, analysiert Dr. Wolfgang Ziegler, Allgemeinmediziner in Kremsmünster und Spezialist für Altersmedizin, „doch meist verschieben sich Probleme nur weiter nach hinten.“ Was macht den Ältern gesundheitlich zu schaffen? An erster Stelle liegen immer noch Probleme des Bewegungsapparates, aber auch hoher Blutdruck, Blutzucker, Prostataleiden oder Schilddrüsenerkrankungen.
Gesunde Ernährung, Bewegung, normales Gewicht, psychische Zufriedenheit und ein junger Geist tragen zu langer Gesundheit bei. Also interessiert und aktiv bleiben und wenig nörgeln.
Dr. Wolfgang Ziegler, Allgemeinmediziner
Hohe Lebenserwartung
Denn: Österreich liegt zwar mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 79 Jahren bei Männern und 84 bei Frauen im vorderen Bereich, doch was die gesunden Jahre betrifft, nur im Mittelfeld. „Hier wäre noch mehr Vorsorge und eine gesündere Lebensweise wünschenswert“, so Dr. Ziegler.
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