Mo, 20. August 2018

Der Druck steigt

08.12.2011 07:57

S&P droht nun der EU und Großbanken mit Herabstufung

Nur wenige Stunden vor dem Beginn des EU-Gipfels zur Euro-Krise hat die US-Ratingagentur Standard & Poor's den Druck auf Europa erneut drastisch erhöht. Die Agentur drohte einer Reihe von Banken der Euro-Zone sowie auch der Europäischen Union selbst mit der Herabstufung der Kreditwürdigkeit.

Unter den Banken, die unter verschärfter Beobachtung ("Credit Watch") stehen, befinden sich die Deutsche Bank und die Commerzbank, aus Frankreich die Credit Agricole und die Societe Generale sowie die italienische Bank-Austria-Mutter UniCredit. Ihnen droht damit genauso wie ihren Heimatländern eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit, was wiederum die Refinanzierung erschweren und am Ende die Krise verschlimmern könnte.

Zudem würden die deutsche Bank Eurohypo sowie eine Reihe weiterer französischer Banken, etwa BNP Paribas und BPCE, mit einem negativen Ausblick bedacht, erklärte S&P am Mittwoch. Auch der italienischen Intesa Sanpaolo drohe eine Herabstufung innerhalb der kommenden drei Monate. Weitere Banken würden in Kürze folgen, hieß es.

Der gesamten EU droht eine Herabstufung
Wegen der anhaltenden Schuldenkrise bedachte die Ratingagentur auch noch die gesamte EU mit einem negativen Ausblick. Außerdem könnte auch der Rettungsfonds EFSF sein Topbonität verlieren. S&P begründete den Schritt gegen die EU damit, dass sich die politischen, finanziellen und monetären Probleme in der Euro-Zone verschärft hätten. Die EU genießt seit 1976 seitens S&P die Topnote "AAA" in Bezug auf ihre Kreditwürdigkeit.

Banken- und Länderratings miteinander verbunden
Die Ankündigung ist eine Folge der Androhung der Ratingagentur vom Montag, Österreich, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Finnland und Luxemburg die Spitzenbonität zu entziehen. Da die Ratings der Banken an die Bonitätsnoten ihrer Länder gebunden sind, wurde der Schritt erwartet. S&P hat nun 90 Tage Zeit, eine Entscheidung zu fällen. Die Agentur will zuerst über die Staaten entscheiden und dann über die Banken.

Pessimismus vor EU-Gipfel
Die deutsche Regierung zeigte sich unterdessen angesichts des am Donnerstag beginnenden EU-Gipfels "pessimistisch", was eine "Gesamteinigung" bei den Sparanstrengungen betrifft, wie ein Regierungs-Vertreter am Mittwoch sagte. "Eine Reihe von Akteuren" habe "den Ernst der Lage noch nicht verstanden".

Deutschland und Frankreich wollen mit Hilfe von Vertragsänderungen dafür sorgen, dass Staaten künftig nicht mehr ungehindert Schuldenberge anhäufen können. Berlin und Paris fordern automatische Sanktionen gegen Defizitländer, Schuldenbremsen in allen Mitgliedstaaten und die Kontrolle darüber durch den Europäischen Gerichtshof.

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