Die eben erst fertiggestellte Autobahnröhre wurde an ihrem ersten Tag bereits in den Grundfesten erschüttert, als darin die Amraser Schützen eine Ehrensalve abfeuerten. Der Donner ging den etwa 100 Besuchern des Festakts durch Mark und Bein. Für viele Amraser markierte dieser Donnerschlag das Ende einer Lärmbelastung, die 1968 mit dem Bau der Autobahn begann und seitdem fast jährlich zugenommen hat.
Heute ist das Teilstück eines der am stärksten befahrenen Autobahnabschnitte Österreichs: 70.000, an Spitzentagen bis zu 90.000 Autos und Laster brausten wenige Meter an den Häusern vorbei – und zwar ohne Lärmschutz. Doch die Lärmhölle ist jetzt Geschichte.
"Jahrelanger Kampf hat sich gelohnt"
54 Millionen Euro wurden in den Bau der Einhausung und der Lärmschutzwände investiert. Amras und Teile Pradls hören nun nichts mehr vom Autobahnlärm. "Ein Freudentag", so Bügermeisterin Christine Oppitz-Plörer, "der jahrelange Kampf hat sich gelohnt." Es sei eine gesamtheitliche, nachhaltige Lösung, betonte der Geschäftsführer der Asfinag Klaus Fink. Das Dach der Einhausung werde begrünt und stehe dann als Naherholungsgebiet zur Verfügung. "Wir wollen Verkehrswege anbieten, die sicher sind und ohne Staus", erklärte Asfinag-Vorstand Alois Schedl. "Beide Ziele haben wir erreicht."
Landeshauptmann Günther Platter dankte der Asfinag, forderte aber weitere Baumaßnahmen wie zweite Röhre Perjen und Tschirganttunnel ein: "Tirol hat ein Recht darauf. 100 Millionen Euro Mautgeld jährlich fließen nach Wien."
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