Stresstest-Ergebnis
Frankreich muss sämtliche AKWs nachrüsten
Die Behörde übergab am Donnerstag ihren 500-seitigen Bericht über die Belastungstests der Atomaufsicht ASN. Diese soll bis Ende des Jahres auf dieser Basis Empfehlungen für die Regierung ausarbeiten.
"Es besteht die Notwendigkeit, eine Schicht einzuziehen, um die Sicherheitsmechanismen in den Reaktoren zu gewährleisten, die notwendig sind für den Schutz des Meilers, etwa bei den Kühlfunktionen und der Stromzufuhr", sagte Repussard.
Diesel-Generatoren zum Schutz
So sollte beispielsweise jeder Reaktor über einen unabhängigen Diesel-Generator verfügen, der bei einer Naturkatastrophe nicht ausfalle. Alle Reaktoren müssten deutlich mehr aushalten können als damals bei ihrem Bau angenommen.
Die ältesten Atomkraftwerke Frankreichs wurden zweigeteilt gebaut, sodass beim Ausfall eines Reaktors die Infrastruktur des zweiten genutzt werden könnte. "Es wurde aber nie angenommen, dass es in beiden Reaktoren gleichzeitig Probleme geben könnte", sagte der Experte.
Kosten und Dauer bisher unklar
Wie viel die nötigen Aufrüstungen den Betreiber aller französischen Atomkraftwerke, EDF, kosten und wie lange sie dauern werden, sagte Repussard nicht. Er hoffe, dass die Arbeiten "nicht länger als einige Jahre dauern" werden. Geschlossen werden müsse aber auf Basis der Stresstests kein Reaktor. Die EDF-Aktien büßten als Reaktion auf den Bericht mehr als drei Prozent ein.
Wie kaum ein anderes Land in Europa setzen die Franzosen auf Atomkraft. Insgesamt 80 Prozent seiner Energie bezieht das Land aus den Kernkraftwerken. Die verheerende Atomkatastrophe im japanischen Fukushima im Frühjahr hatte Frankreich allerdings zu den Stresstests veranlasst. Einem Ausstieg aus der Atomkraft erteilte Präsident Nicolas Sarkozy trotz europaweiter Diskussion dennoch eine Absage.




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