Noch findet das Auerhuhn in Vorarlberg Lebensräume - doch wie lange noch? Ein Projekt zeigt auf, was es zu tun gilt, um das einzigartige Wildtier, den sogenannten Urhahn, zu retten. Und wo auch einmal Verzicht angesagt ist.
Bis ins Jahr 1977 stand der Auerhahn auf den Abschusslisten der heimischen Jäger. Dann war aufgrund rückläufiger Bestände Schluss mit der Pirsch, und um das Auerwild wurde es ruhig. Zu ruhig. Die Tiere wurden sich selbst überlassen, niemand kümmerte sich mehr um ihre Populationen, keiner fühlte sich so recht verantwortlich für das Wohlergehen des charakteristischen und größten Waldvogels Österreichs. Irgendwann aber wurde klar: Es werden immer weniger Tiere gesichtet. Fachleute gingen zuletzt davon aus, dass nur mehr 40 bis 80 balzende Hähne in Vorarlberg leben.
„Stilles Verschwinden“
Die Ursachen dafür? Einerseits braucht das Auerhuhn lichte Wälder. Je dichter der Wald, desto weniger Auerhühner. Zweitens sind wohl regelmäßige Störungen durch Erholungssuchende ein wesentlicher Grund für das „stille Verschwinden“ des Vogels, wie Wildökologe Hubert Schatz erläutert.
Das Land Vorarlberg jedenfalls wollte Klarheit schaffen und gab eine dreijährige Studie in Auftrag, um zu erkunden, wie es um das Auerhuhn tatsächlich steht. Am Dienstag präsentierte Landesrat Daniel Zadra (Grüne) mit vielen involvierten Experten die Ergebnisse. Die gute Nachricht: Es gibt noch Auerhühner in Vorarlberg. Die schlechte: Es handelt sich dabei um nur 91 nachgewiesene Tiere.
Der anspruchsvolle Tourist schaut sich genau an, wo die Ökologie noch in Takt ist. Dafür braucht es Bewusstsein.
Landesrat Daniel Zadra (Grüne)
Es braucht viele Helfer
Grund genug, bessere Voraussetzungen zu schaffen. Das ist allerdings gar nicht so einfach, müssen doch viele Partner mit ins Boot geholt werden. Etwa die Waldbewirtschafter, die dafür sorgen sollten, den Wald aufzulichten und Lücken im Bestand zu belassen, damit sich der Auerhahn wieder wohlfühlt. Entsprechende Schulungsmaßnahmen wurden bereits veranlasst.
Manchmal braucht es im Tourismus ein „Nein“
Wo es wohl auch noch die eine oder andere Schulung braucht, ist der „Störfaktor Mensch“. Sowohl Zadra als auch Schatz bekräftigten, dass man bei der touristischen Nutzung mancherorts an Grenzen stoße, dass man auch einmal „auf etwas verzichten“ müsse. „Manchmal“, so Schatz recht deutlich, „braucht es eben einfach ein Nein.“ Insbesondere am Bürserberg, wo die größte Auerhuhn-Population beheimatet ist.
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