Die Buschenschänken öffnen. Der Schwund der letzten Jahre wurde gestoppt, es wird sogar wieder etwas investiert. Obwohl auch das gelockerte Kärntner Buschenschank-Gesetz das strengste in Österreich ist.
Während zwei Drittel der Buschenschänken in den letzten Jahren zugemacht haben, wurde das Weingut Maltschnig bei Liebenfels erst vor zwei Jahren zur Buschenschank gemacht. Für diese Saison, die man am 8. Juni startet, wird noch einmal erweitert indem man den Samstag als dritten Öffnungstag dazunimmt.
Der Wandel zur Buschenschank war auch ein bisschen ein rechtlicher Trick. Bei den Weinverkostungen, die man bereis abhielt, durften nur Flaschen angeboten werden „Die Buschenschank war anfangs souzusagen der rechtliche Rahmen für das Achterl,“ verrät Christina Maltschnig.
Dafür wurde der Schwager, der in einem Ferienclub in Spanien gearbeitet hat, zur Verstärkung heim gerufen. „Und auch die 84-jährige Uroma packt überall mit an. Das Risiko in das Buschenschank-Geschäft einzusteigen war kalkulierbar, weil Kooperationen mit Landwirten eingegangen wurden. “Das hilft beiden, sie können verkaufen, wir müssen nicht selber landwirtschaftlich produzieren", so die Chefin.
Die Uroma mischt mit
Mittlerweile hat es sich zur echten Buschenschank ausgewachsen, die mit der neu errichteten Holzterrasse 70 Plätze bietet. Der Betrieb ist für den Familienverband zu bewältigen, wenngleich das Geschäftsführer-Ehepaar Christina und Christoph zum dreijährigen Sohn auch eine vier Monate alte Tochter zu betreuen hat.
Investiert wurde auch bei der wesentlich kleineren Buschenschänke Weingartner, auch bekannt als Guschelbauer in Guttaring, in der Christine Guschelbauer ab 28. April mit der Schwiegermutter zehn Tische betreut. Investiert in das „Gutes vom Bauernhof Qualitätssiegel“, das die Bezeichnung bäuerliche Buschenschänke erlaubt. Gleichbleibende hohe Qualität sieht man auch beim bereits geöffneten Hanebauer am Zammelsberg als Grund, warum man nächstes Jahr das 30 Jahr-Jubiläum erleben wird. Zwei Familiengenerationen betreuen hier 140 Sitzplätze und sogar zwei Ferienwohnungen.
dürfen bei einer Kärntner Buschenschank maximal aus dem Erlös regional zugekaufter Produkte stammen.
Kontrolle noch immer vor Genuss
Vor zehn Jahren waren es 150 Buschenschänken in Kärnten, mittlerweile sind es 50. Hofübergaben die familienintern nicht mehr geklappt haben und das harte Buschenschankgesetz mit verordneten Sperrzeiten mitten in der Hauptsaison haben viele hinweggerafft.
Seit dem neuen Gesetz von 2020 hat sich die Zahl der Buschenschänken, die sich jedes Jahr neu anmelden müssen, stabilisiert, obwohl auch das neue Gesetz noch immer das strengste in Österreich ist. Auch wenn man jetzt etliches zukaufen kann, darf man es nur in begrenztem Umfang und nur von regionalen landwirtschaftlichen Produzenten.
Wir achten noch immer strenger als alle anderen auf die Qualitätssicherung.
Roswitha Plösch, Landwirtschaftskammer
„In anderen Bundesländern können sie auch im Großmarkt einkaufen“, erklärt Roswitha Plösch von der Landwirtschaftskammer. Das bringt Kontrollen in der Küche, im Stall und auf der Speisekarte, auch Einkaufsbelege müssen gezeigt werden. „Kontrollen sind nicht immer lustig aber notwendig“, weiß Petra Pobaschnig vom Landesverband der bäuerlichen Direktvermarkter. Etliche Buschenschänken haben sich auch spezialisiert, sich mit Gemüse oder Fischereibetrieben zusammengetan.
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