Thema Korruption
Unternehmen aus Russland und China mit miesem Image
Die Vorsitzende der Organisation, Huguette Labelle, rief die G-20-Länder auf, bei ihrem Gipfel diese Woche in Cannes Korruption als "eine dringende Angelegenheit" zu behandeln. Neue gesetzliche Regelungen in diesen Ländern könnten dazu beitragen, "für eine fairere und offenere Weltwirtschaft zu sorgen". Den G-20-Ländern liegt bei dem Spitzentreffen nach Angaben von Transparency ein Aktionsplan vor, den die Staats- und Regierungschefs beschließen sollen. Die darin genannten Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung sollten rasch umgesetzt werden.
Unter den 28 im "Schmiergeldzahler-Index" erfassten Ländern, Österreich war nicht darunter, wird auch bei Unternehmen aus Mexiko, Indonesien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Argentinien, Saudi-Arabien und der Türkei eher angenommen, dass sie sich durch Schmiergeld Vorteile verschaffen. Bei den Ländern, bei denen dies am wenigsten erwartet wird, stehen die Niederlande und die Schweiz auf Rang 1. Belgien folgt als drittes Land, dahinter rangieren Deutschland und Japan. Australien und Kanada kommen jeweils auf Rang 6. Die USA finden sich auf Platz 10 vor Frankreich, Spanien, Südkorea und Brasilien.
Kein Land "völlig sauber"
Transparency hob aber hervor, dass kein Land als "völlig sauber" gilt. Gegenüber dem vorangegangenen "Schmiergeldzahler-Index" aus dem Jahr 2008, der 22 Länder erfasst hatte, habe es keine wesentliche Verbesserung gegeben. Die Situation in Indien beispielsweise sei zwar etwas besser geworden, das Land gehöre aber weiter zu denen, die unter besonderem Korruptionsverdacht stünden.
Laut der Erhebung wird Schmiergeld nicht nur gezahlt, um Staatsbedienstete etwa bei der Vergabe von Aufträgen, zur Beschleunigung von Entscheidungen oder zur Verhinderung von Auflagen zu beeinflussen. Korruption gebe es auch in den Geschäftsbeziehungen von Firmen untereinander. Labelle warnte, auch Unternehmen, die es versäumten, Bestechung in ihrer Zulieferkette vorzubeugen, riskierten es, für das Verhalten ihrer Angestellten und Geschäftspartner belangt zu werden.
Transparency International forderte noch einmal eine Durchsetzung der nationalen wie internationalen Regelungen zur Bekämpfung von Korruption. Deutschland, Japan und Saudi-Arabien hätten beispielsweise die entsprechende UNO-Konvention zwar unterzeichnet, aber noch nicht ratifiziert. Auch eine Übereinkunft der OECD, des Zusammenschlusses der Industrieländer, sei noch nicht ausreichend umgesetzt.
Bauwesen am meisten betroffen
Ein Vergleich von insgesamt 19 Wirtschaftsbereichen zeigt laut Transparency, dass vor allem dem Bauwesen, und hier überwiegend bei staatlichen Vorhaben, Bestechung nachgesagt wird. Das sei ein Bereich, in dem es geradezu "katastrophale Auswirkungen für die allgemeine Sicherheit" haben könne, wenn Regeln umgangen würden, warnte die Anti-Korruptions-Organisation. In der Landwirtschaft und der Leichtindustrie hingegen sehen die Befragten die wenigsten Bestechungsversuche.




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