Geheimes Wüstengrab
Übergangsrat meldet: Gadafi in der Wüste begraben
Zuletzt hatte es geheißen, die Leichen Gadafis und seines Sohnes sollten an Angehörige übergeben werden, anstatt sie an einem unbekannten Ort zu vergraben. Doch der Übergangsrat konnte weder mit der Familie noch mit dem Stamm Gadafis eine Übereinkunft erzielen. Daher kündigte der Rat an, Gadafi und seinen Sohn Mutassim in Anwesenheit muslimischer Kleriker in der Wüste zu begraben. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete, soll auch Gadafis Verteidigungsminister Abu Bakr Younis al-Jabr mit im Grab liegen.
Leichnam in Kühlhaus zur Schau gestellt
Nach islamischer Tradition müssen Muslime normalerweise binnen 24 Stunden begraben werden. Der Leichnam des ehemaligen Machthabers befand sich allerdings bis inklusive Montag in einem Kühlhaus in der Stadt Misrata, wo er öffentlich zur Schau gestellt wurde - es sollten keine Zweifel darüber aufkommen, dass Gadafi tatsächlich tot ist.
Der ehemalige Staatschef war am vergangenen Donnerstag in seiner Heimatstadt Sirte getötet worden. Noch immer sind die Umstände seines Todes unklar, doch viele Anzeichen deuten darauf hin, dass ihn Kämpfer des Übergangsrates nach seiner Gefangennahme gezielt erschossen hatten.
Saif al-Islam lebendig und auf der Flucht
Unterdessen bereitet der in Europa wohl bekannteste Sohn des früheren libyschen Machthabers, Saif al-Islam al-Gadafi, offenbar seine Flucht vor. Hatte es zunächst geheißen, er sei ebenfalls wie sein Vater und sein Bruder in Sirte getötet worden, so wurde einen Tag später bekannt gegeben, dass er sich in Gewahrsam befinde. Offenbar stimmen aber beide Angaben nicht - Saif al-Islam soll sich noch auf der Flucht befinden.
Er sei an der Grenze zu Niger und Algerien und wolle mithilfe eines gefälschten Passes das Land verlassen, sagte ein Vertreter der libyschen Übergangsregierung am Montag. Die Region sei extrem schwierig zu überwachen und einzugrenzen. Deshalb sei es schwierig, die Flucht Saif al-Islams zu verhindern.
Gadafi-Kinder in Algerien und Niger
Der 39-Jährige hatte in der Vergangenheit gute Verbindungen nach Österreich. Er studierte in Wien und galt als Freund des 2008 tödlich verunglückten Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider. Saif al-Islam ist der letzte von Gadafis Söhnen, dessen Verbleib unklar ist. Zwei Söhne und seine Tochter flohen nach Algerien, einer ist in Niger. Zwei starben während der Kämpfe zwischen Gadafis Anhängern und den Truppen der Übergangsregierung, und Mutassim wurde am Donnerstag gemeinsam mit seinem Vater getötet.
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