Sieben Kinder befreit
Horror ohne Ende: US-Kellerverlies-Fall weitet sich aus
Vier in einem verschmutzen Keller eingesperrte Erwachsene zwischen 29 und 40 Jahren waren am Wochenende durch Zufall in dem Haus in Philadelphia im US-Bundesstaat Pennsylvania entdeckt worden (siehe Infobox). Die geistig Behinderten lebten in dem Kellerraum nach Polizeiangaben mit zwei Hunden unter widrigsten Bedingungen (weitere Bilder).
Eigene Nichte schwer misshandelt
Auch die nun befreiten Kinder lebten offenbar in dem Haus. Sie waren den Angaben zufolge zwischen zwei und 19 Jahren alt und zum Teil unterernährt. Unter ihnen sei auch die im Jahr 2009 als vermisst gemeldete Nichte der 51-jährigen Hauptverdächtigen, teilte die Polizei mit.
Die 19-jährige Beatrice weise "schreckliche" Verletzungen auf und sei mit Narben bedeckt, sagte Polizeichef Charles Ramsey gegenüber Reportern. Sie sei mit einem heißen Löffel verbrannt worden und weise Dutzende Wunden von einer Luftdruckwaffe auf. Gebrochene Knochen hätten nicht verheilen können, bevor das Mädchen erneut geschlagen wurde, so der sichtlich schockierte Ramsey. "Ich bin seit mehr als 40 Jahren Polizist und ich habe noch nie Verletzungen wie diese gesehen."
Opfer zum Gebären genötigt?
Derzeit liefen Untersuchungen, um die Kinder zu identifizieren, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft von Philadelphia. Es sei nicht auszuschließen, dass einige der Kinder entführt worden seien. Es werde außerdem geprüft, ob die Verdächtigen ihre Opfer dazu gedrängt haben, Kinder zu bekommen, um weitere Sozialleistungen erhalten zu können. Zwei Kinder seien möglicherweise von der gefangen gehaltenen Frau zur Welt gebracht worden. "Wir wissen das noch nicht sicher und müssen einen DNA-Test machen, um das herauszufinden", sagte die Sprecherin.
Offenbar strichen die mutmaßlichen Kidnapper die Sozialleistungen der eingesperrten Menschen ein. Die Polizei entdeckte bei Weston insgesamt 50 Ausweisdokumente und Sozialversicherungsnummern. Dutzende Menschen in mehreren Bundesstaaten könnten den mutmaßlichen Tätern demnach zum Opfer gefallen sein, die Fälle reichen bis in die 1990er-Jahre zurück. Die Ermittlungen konzentrieren sich neben Philadelphia auf die Bundesstaaten Florida, Texas und Virginia. "Das ist eine sehr traurige Geschichte", sagte ein Polizeisprecher. "Das ist eines der schlimmsten Dinge, die ich jemals erlebt habe."
Auch Tochter von Weston festgenommen
Die Polizei nahm am Mittwoch auch die 32-jährige Tochter von Weston fest, ihr werden unter anderem Entführung und schwere Körperverletzung vorgeworfen. Auch Westons Freund und ein weiterer Mann waren zuvor festgenommen worden.
Ein Mann, der sich selbst als ein jüngerer Bruder von Linda Weston bezeichnete, sagte gegenüber zwei lokalen TV-Sendern, dass die heute 51-Jährige ihn und andere jüngere Geschwister gezwungen habe, Sex miteinander zu haben, als sie Kinder waren. Weston betreute damals ihre Geschwister, nachdem die Mutter starb, als Weston 15 Jahre alt war.
Sie habe ihre Geschwister geschlagen, ihnen die Nahrung verweigert und sie manchmal für mehr als einen Tag gefesselt, erzählte der Mann den TV-Sendern. Weston saß auch schon im Gefängnis, weil sie 1981 den Freund ihrer Schwester in einen Kasten gesperrt hatte und verhungern ließ.
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