Tag der Befreiung
Libyen feiert das Ende von Diktator Muammar al-Gadafi
Der Fernsehsender Al-Jazeera zeigte Kämpfer in Sirte, deren Anspannung durch die monatelangen Kämpfe sich in grenzenlosen Jubel verwandelt hatte. Überall in der Geburtsstadt des ehemaligen Diktators feuerten Menschen mit ihren Waffen in die Luft, hupende Autos fuhren durch die Straßen. Zusätzlich symbolisierten die zahlreichen grün-schwarz-roten Flaggen der Rebellen den endgültigen Systemwechsel in dem Wüstenstaat.
Auch in der Hauptstadt Tripolis feierten die Menschen spontan die Meldungen über das Ende Gadafis. Tausende strömten auf den zentralen Märtyrer-Platz, wo noch vor wenigen Monaten Gadafi-Getreue ihre Demonstrationen abhielten. Laut dem US-Magazine "Time" ließen die Schiffe im Hafen ihre Signalhörner über eine Stunde lang ertönen, die Moscheen riefen dazu auf, Allah zu preisen.
Sirte nach erbitterten Kämpfen eingenommen
Durch die Kämpfe der vergangenen Wochen liegt Sirte de facto in Trümmern, viele der ehemals 120.000 Einwohner sind geflohen. In der Stadt hatte Gadafi seine treuesten Gefolgsleute, was auch die Kämpfer der neuen Führung des Landes zu spüren bekamen. Am 15. September starteten sie, unterstützt von Luftangriffen der NATO, erstmals einen Großangriff auf die 360 Kilometer östlich von Tripolis gelegene Stadt, mussten sich angesichts des Widerstands aber mehrmals wieder zurückziehen.
Letztlich aber konnten die libyschen Rebellen Sirte einnehmen - und Gadafi töten. Der langjährige Herrscher starb damit in jenem Ort, in dessen Nähe er der Legende nach am 7. Juni 1942 in einen Beduinenstamm in der Wüste hineingeboren wurde.
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