Geldnot in Athen

Onassis-Erbin sucht in Müllbergen nach Verwertbarem

Ausland
20.10.2011 11:27
Die griechische Bevölkerung leidet enorm unter den harten Sparmaßnahmen der Regierung. Viele wissen nicht, wie sie sich ihre nächste Mahlzeit finanzieren sollen - selbst Mitglieder einer der reichsten und berühmtesten Familien des Landes müssen im Müll nach Essbarem suchen. So auch Olga Onassis, eine Verwandte von Aristoteles Onassis, der in Griechenland ein Reederei-Imperium aufbaute.

Vom Erbe der Familie bekommt die 90-jährige Dame nichts mehr und ihre Pension wurde wegen der Krise auf 300 Euro gekürzt. "Ich kann nicht glauben, wie weit es mit unserem Land gekommen ist", so die alte Dame gegenüber der "Bild"-Zeitung. 

Als Ehefrau von Georgios Onassis, dem Cousin von Aristoteles Onassis, war sie an einen gewissen Lebensstandard gewöhnt. Nun holt sie sich ihre Mahlzeiten in der Armenküche einer Kirche ab und sucht in riesigen Müllbergen nach Brauchbarem.

Trotz des tiefen Falls hat Olga Onassis immer noch einen eleganten Auftritt. Erhobenen Hauptes und mit ihrem Pelzmantel unter dem Arm durchkämmt sie dem Bericht zufolge die Straßen Athens. 

Proteste gegen Sparpaket
Die enorme Überschuldung des Landes treibt unterdessen immer mehr Menschen auf die Straße (siehe Infobox). Mit einem Generalstreik protestieren die Griechen seit Tagen gegen das neue Sparpaket, das im Parlament verabschiedet werden soll. 

Die Sparmaßnahmen sind die Voraussetzung dafür, dass die nächste Kredittranche aus dem 110-Milliarden-Euro Rettungspaket von EU, Euro-Ländern und Internationalem Währungsfonds fließen kann und auch Bedingung für das zweite Griechenland-Hilfspaket, über das der EU-Gipfel am Sonntag berät.

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