Mo, 22. Oktober 2018

Abgehörte Telefonate

17.10.2011 13:39

Berlusconi: "Wir zerstören den Justizpalast"

Abgehörte Telefongespräche zwischen Italiens Premier Silvio Berlusconi und einem skandalumwitterten Journalisten, der ihn erpresst haben soll, setzen den Regierungschef erneut unter Druck. In dem von den Justizbehörden aufgenommenen Gespräch aus dem Jahr 2009 protestiert Berlusconi mit Nachdruck gegen die Justizbehörden, die gegen ihn ermitteln, und hetzt zur Revolte gegen die Staatsanwälte auf.

"Wir sind in den Händen linksorientierter Richter (...) Ich habe auch gedacht, eine Revolution zu führen, aber eine wahre Revolution. Wir bringen Millionen von Menschen auf die Straße, wir zerstören den Mailänder Justizpalast, wir belagern (die regierungskritische Tageszeitung, Anm.) 'La Repubblica'. Wir müssen so etwas machen, es gibt keine Alternative", sagte Berlusconi. Die Protokolle der Telefongespräche wurden am Montag von "La Repubblica" veröffentlicht.

Der Premier führte das Gespräch mit dem Journalisten Walter Lavitola, Ex-Chefredakteur der Tageszeitung "L'Avanti". Zusammen mit dem apulischen Unternehmer Paolo Tarantini soll Lavitola von Berlusconi 850.000 Euro für Falschaussagen über Callgirls erpresst haben, die in den Residenzen des Premiers ein und aus gingen. Lavitola hält sich zurzeit im Ausland auf, um sich einem Haftbefehl der Staatanwaltschaft Neapels zu entziehen.

Opposition reagierte empört
Berlusconis Worte sorgten in Oppositionskreisen für helle Empörung. Der Oppositionspolitiker Antonio Di Pietro warf dem Premier faschistische Methoden vor. "Er ist eine verzweifelte Person, der seine Machtposition ausnutzt, um die Justiz zu kriminalisieren, die Ermittlungen gegen ihn zu stoppen und die Presse anzugreifen", so Di Pietro.

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