Detail aus Protokoll

Mordfall Paulina: Wurde 14-Jährige lebendig begraben?

Oberösterreich
14.10.2011 09:07
Grausige Details sind im Mordfall Paulina aufgetaucht: Ihr Stiefbruder soll gestanden haben, dass er nicht wisse, ob die 14-Jährige bewusstlos oder tot war, als er sie mit seinem Vater im Wald verscharrte. Wie berichtet, war das Mädchen am 5. Juli brutal ermordet worden. Ihr Stiefvater und -bruder sind in Haft und warten auf ihre Verfahren.

Im Protokoll des Lokalaugenscheins soll der 19-jährige Konstantin K. aus Bad Ischl in Oberösterreich laut "Bild"-Zeitung zitiert sein: "Ich weiß auch nicht, ob sie bewusstlos oder tot war. Dann haben wir sie mit dem Kopf zum Loch hin getragen." Gemeinsam sollen Vater Klaus K. (48) und sein Sohn dann das Grab von Opfer Paulina zugeschaufelt haben. Hat die 14-jährige gebürtige Deutsche aus Köln da am Ende noch gelebt?

Diese schreckliche Vorstellung wird nur ausweichend kommentiert: "Ich habe keine derartige Textpassage in Erinnerung. Aber es ist schon lange her, dass ich das gelesen habe. Und der Akt ist derzeit nicht greifbar, liegt beim Gutachter", erklärt Staatsanwalt Franz Haas aus Wels.

"Aus dem Zusammenhang gerissen"
Der Anwalt des Stiefbruders, Farid Rifaat aus Wien, meint: "Die Passagen sind aus dem Zusammenhang gerissen." Sein Klient habe nie Hand an seine Schwester gelegt und hätte sie auch nie lebendig begraben. "Konstantin hat bei der Tat sowieso nur mitgemacht, weil er Angst vor seinem brutalen Vater hatte", so Rifaat. Andreas Mauhart, der Linzer Anwalt des Vaters, hat nach eigenen Angaben keinen Kontakt zu Anwalt Rifaat: "Wir tauschen uns über das Verfahren nicht aus, ich vertrete nur den Vater."

Fest steht: Laut Obduktion wurde Paulina erschlagen und erwürgt. Dazu, ob sie noch gelebt haben könnte, als sie begraben wurde, gab die Gerichtsmedizin keine Auskunft. Ihre Mörder sollen diese Möglichkeit aber in Kauf genommen haben.

Das Mädchen lebte seit 2009 in Bad Ischl und war am 5. Juli auf dem Weg zur Schule entführt und danach getötet worden. Nur einen Tag später fand die Polizei nach einer groß angelegten Suchaktion die Leiche der 14-Jährigen. Sie war in einem Erdloch auf einem Grundstück in der Ortschaft Radau in St. Wolfgang vergraben worden.

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