Anschläge geplant

Obama droht Iran mit “härtesten Sanktionen”

Ausland
13.10.2011 22:36
In der Affäre um das angebliche Mordkomplott gegen den saudi-arabischen Botschafter in den USA hat Präsident Barack Obama dem Iran am Donnerstag "härteste Sanktionen" angedroht. Die Reaktion der Vereinigten Staaten werde darauf abzielen, die Islamische Republik weiter zu isolieren, kündigte Obama in Washington an. Der US-Präsident richtete sich in seine Rede auch an Skeptiker: Es gebe keinen Zweifel am Sachverhalt. Die USA würden solche Vorwürfe nicht erheben, wenn sie nicht die notwendigen Beweise hätten.

Der Iran bestreitet die Vorwürfe, die Ermordung des saudi-arabischen Diplomaten geplant zu haben, und wirft den USA Kriegshetze vor. Dort will man davon freilich nichts hören. Wann immer der Iran das Recht verletze, würden die USA und ihre Verbündeten Sorge tragen, dass das Land dafür einen Preis zahle, heißt es.

Die Attentatsplanungen seien von "Individuen in der iranischen Regierung" bezahlt und dirigiert worden. "Selbst wenn die höchsten Stellen nicht in die Einzelheiten eingeweiht waren, gibt es doch eine Verantwortlichkeit", bekräftigte Obama.

Selbst US-Ermittler skeptisch
Zuvor waren sowohl in den USA als auch in anderen Staaten wachsende Zweifel laut geworden, dass der Iran hinter der angeblichen Verschwörung steht. Selbst US-Ermittler seien lange skeptisch gewesen, weil die Verschwörung so bizarr und ungewöhnlich schlecht organisiert erschienen sei, berichteten die "Washington Post" und das "Wall Street Journal" am Donnerstag unter Berufung auf nicht näher bezeichnete Beamte. Dass die iranische Führung verwickelt sei, basiere lediglich auf Schlussfolgerungen.

Der amerikanische Finanz-Staatssekretär David Cohen nannte die iranische Zentralbank nun als mögliches Ziel von Sanktionen. Die bereits gegen die Islamische Republik bestehenden Strafmaßnahmen zeigten Wirkung, erklärte der oberste Kämpfer der USA gegen die Finanzierung des Terrorismus in einer Stellungnahme für den Senat. Weitere Optionen seien möglich, darunter auch Schritte gegen die Zentralbank des Landes.

USA suchen nach Verbündeten
Für eine harte Reaktion auf das vermeintliche Mordkomplott sammeln die USA Verbündete. Der britische Außenminister William Hague sagte in London, seine Regierung arbeite mit den USA, der Europäischen Union und Saudi-Arabien an einer angemessenen Reaktion. Die aufgedeckten Pläne seien offenbar ein Beleg dafür, dass der Iran seine Unterstützung von Terrorismus im Ausland ausweite.

Saudi-Arabien erklärte, es werde den Iran für jede feindliche Handlung zur Rechenschaft ziehen und erwäge entschlossene Schritte. Außenminister Prinz Saud al-Faisal sagte, der Iran versuche seinen Einfluss im Ausland durch Mord und Aufruhr auszuweiten. "Wir werden uns solchem Druck nicht beugen" und auf jede Aktion gegen das Königreich mit passenden Gegenmaßnahmen antworten, so der Prinz.

Mutmaßliche iranische Arbeit an Atomwaffen
Der Vorfall droht die Spannungen im Nahen Osten zu verschärfen. Die Weltgemeinschaft verdächtigt die Islamische Republik, an Atomwaffen zu arbeiten, und hat sie deshalb mit Sanktionen belegt. Zudem konkurrieren der Iran und Saudi-Arabien verstärkt um die Führungsrolle in der Region.

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