Proteste nach Mord
Europaweite Aktionen gegen Assad-Regime
In Hamburg schlugen Demonstranten in der Nacht auf Sonntag Fenster und Türen ein und verschafften sich auf diesem Weg gewaltsam Zugang zu den unteren Räumen des Gebäudes, wie ein Sprecher der Polizei sagte. In das Konsulat selbst drangen sie demnach aber nicht ein. Die Demonstranten beschmierten dem Sprecher zufolge die Wände mit arabischen Schriftzeichen. Vier Menschen wurden festgenommen. Von den Demonstranten hatten acht einen dänischen Pass, zur Nationalität der anderen lagen keine Angaben vor.
In Berlin brachen rund 30 Demonstranten zunächst ein Tor im Zaun um das Gelände auf und verschafften sich anschließend Zugang zum Botschaftsgebäude. Dort seien sie auf den syrischen Botschafter getroffen, der in dem Gebäude wohnt. Die Botschaft habe die Polizei alarmiert, die die Eindringlinge aus dem Gebäude geführt und ihre Personalien aufgenommen habe. Eine zweite Gruppe von Störern protestierte vor der Botschaft und bewarf das Gebäude mit Farbbeuteln.
Über Baugerüst in UNO-Mission eingedrungen
In Genf hatten am Samstagnachmittag rund 30 bis 40 aus Syrien stammende Kurden vor der syrischen UNO-Mission demonstriert. Fünf von ihnen sei es später gelungen, über ein Baugerüst in eines der Büros der Mission einzudringen, berichtete die schweizerische Nachrichtenagentur SDA. Sie schwenkten syrische Flaggen und warfen Dokumente auf die Straße. Die fünf Eindringlinge wurden nach Polizeiangaben vorübergehend festgenommen, wie ein Sprecher der Genfer Polizei bestätigte.
Elf Festnahmen bei Protesten in Wien
In Wien waren bereits in der Nacht auf Samstag etwa zwanzig Menschen in die Räume der Botschaft in Wien-Landstraße eingedrungen und hatten sich auch kurz am Balkon aufgehalten (siehe Infobox). Elf Männer wurden vorübergehend festgenommen und auf freiem Fuß wegen schwerer Sachbeschädigung angezeigt.
Der ermordete syrische Oppositionsführer Tammo war führendes Mitglied der kurdischen Zukunftspartei und ein scharfer Kritiker des Regimes von Präsident Bashar al-Assad. Er war am Freitag von Unbekannten in seinem Haus im Nordosten Syriens erschossen worden.
Schüsse auf Trauerzug-Teilnehmer
In Syrien hatte es bei der Beisetzung Tammos am Samstag erneut Gewalt gegeben. Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten feuerten die Sicherheitskräfte auf die rund 50.000 Teilnehmer eines Trauerzuges in Kamishli und töteten mindestens zwei Menschen (siehe Infobox).
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