Angriff oder Zufall?

US-Drohnen von Computervirus befallen

Ausland
08.10.2011 08:52
Ein Computervirus soll die Cockpits der Predator- und Reaper-Drohnen befallen haben, mit denen der US-Geheimdienst CIA etwa Einsätze in Afghanistan, Pakistan oder dem Jemen fliegt. Sämtliche Befehlseingaben von den Bodenstationen der unbemannten Waffen könnten demnach durch das Virus von Dritten nachvollzogen werden.

Das Virus, erstmals vor knapp zwei Wochen im Sicherheitssystem entdeckt, habe zwar bisher nicht verhindert, dass unbemannte Missionen von der Creech Air Force Base in Nevada ins Ausland geflogen werden. Aber es habe mehrere Anstrengungen, um es von den Computern zu entfernen, widerstanden. "Wir versuchen es auszuschalten, aber es kommt immer wieder zurück", zitierte der Internet-Blog "Danger Room" des Computermagazins "Wired" am Freitag einen Informanten.

Noch keine sensiblen Daten übermittelt
Nach Einschätzung von Netzwerk-Sicherheits-Experten dürfte es sich um einen sogenannten "Keylogging"-Virus handeln, der die Steuerprogramme der unbemannten Flugkörper befallen hat - ob zufällig oder beabsichtigt ist bisher unklar. Dadurch könnten theoretisch alle Schritte der Drohnen nachvollzogen werden. Dies sei seit der Entdeckung des Virus vor zwei Wochen aber offenbar noch nicht geschehen.

Die Air Force lehnte eine Stellungnahme zu dem Virusbefall ab. "Schwachstellen oder Bedrohungen unserer Computernetzwerke werden nicht öffentlich besprochen" sagte Oberstleutnant Tadd Sholtis, ein Sprecher des Air Combat Command, das die Drohnen und alle anderen Flugzeuge der Air Force taktisch betreut. Wir investieren viel in den Schutz unserer Überwachungssysteme, so Sholtis.

Allerdings berichten Insider, dass hochrangige Offiziere in Creech täglich über das Virus gebrieft würden. "Das Virus bekommt immer noch eine Menge Aufmerksamkeit", so die anonyme Quelle gegenüber "Wired". Panik sei aber keine ausgebrochen.

Infektion macht Sicherheitsrisiken deutlich
Die Infektion unterstreicht aber die laufenden Sicherheitsrisiken des mittlerweile wichtigsten Waffensystems des US-Militärs. Der Großteil der Drohnen verschlüsselt bei Missionen das Video nicht, das den Militärs auf dem Boden übermittelt wird. Im Sommer 2009 entdeckten etwa US-Truppen Drohnen-Aufnahmen auf den Laptops irakischer Aufständischer. Eine 26-Dollar-Software hatte die Aufzeichnung des Videomaterials ermöglicht (siehe Infobox).

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