Medikamenten-Engpass

FPÖ prangert „Systemfehler“ im Gesundheitswesen an

Oberösterreich
12.04.2023 14:37
Porträt von Krone Oberösterreich
Von Krone Oberösterreich

Der Medikamenten-Engpass beschäftigt die Bevölkerung wie auch die Politik derzeit massiv. Die FPÖ-Politiker Manfred Haimbuchner und Gerhard Kaniak schlagen nun eine mögliche langfristige Lösung vor.

575 verschiedene Medikamente, vorrangig Schmerzmittel und Antibiotika in Saftform für Kinder, sind in Österreich derzeit nur eingeschränkt oder gar nicht verfügbar. Sie stehen seit mittlerweile vergangenem Jahr auf der „Liste der Meldungen zu Vertriebseinschränkungen von Arzneispezialitäten“ des Bundesamts für Sicherheit im Gesundheitswesen.

Auch Generika sind knapp
Dies betrifft auch Generika, also nachgebaute Produkte oder Medikamente, deren Wirkstoffpatent ausgelaufen ist und die deshalb oft günstiger vertrieben werden können. Diese rigide Preispolitik in Österreich sowie eine dadurch entstehende Abhängigkeit von asiatischen Anbietern, da die Produktion in Europa zu teuer ist, seien jedoch unter anderem die Gründe für den Engpass (die Krone berichtete bereits vergangene Woche).

Zitat Icon

Langfristig brauchen wir wieder mehr Produktion von systemrelevanten Arzneimitteln inklusive deren Rohstoffe in Europa

Gerhard Kaniak, FPÖ-Gesundheitssprecher im Nationalrat

„Bundesregierung ist gefordert“
Unbesetzte Kassenstellen und lange Wartezeiten sowie ein stetiger Braindrain, also die Abwanderung qualifizierter Arbeitskräfte ins deutschsprachige Ausland, seien außerdem neben dem Engpass die wichtigsten Probleme, die von der Bundesregierung angegangen werden müssten, so Landeshauptmann-Stv. und FPÖ-Landesparteiobmann Haimbuchner und Gesundheitssprecher im Parlament Kaniak.

Fünf-Punkte-Plan
Die FPÖ schlägt nun einen Fünf-Punkte-Plan vor, um das Problem zu lösen. Er beinhaltet unter anderem eine Notfallregelung sowie die Zusammenstellung einer Liste von essenziellen Arzneimitteln wie in anderen EU-Mitgliedsstaaten. Zudem fordert Kaniak Anreize für eine verstärkte Produktion in Europa. Wie gut die Vorschläge der FPÖ bei anderen Mitgliedern der Bundesregierung ankommen, wird sich beim Gesundheitsausschuss in Wien am kommenden Dienstag zeigen.

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