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Brunners Osterei | ÖVP-Machterhalt

Brunners Osterei. Wenn zu Ostern die meisten Österreicher frei haben, dann wünschen sie sich - vielleicht einmal von den Bauern, die so dringend auf Regen gewartet haben abgesehen - Sonne und blauen Himmel. Das wurde an diesem Oster-Wochenende allerdings nur sehr eingeschränkt geboten. Andere Träume von Blau hat man in der (noch türkisen) ÖVP: Immer offensichtlicher wird in der türkis-grünen Endzeitstimmung von einer Zukunft mit dem via Ibiza verflossenen Partner halluziniert: Mit den Blauen war halt - zumindest in der verklärten Rückblende - doch alles irgendwie leichter. Einer, der die Träume von einer neuerlichen Koalition der ÖVP mit der FPÖ am deutlichsten angesprochen hat, ruderte umgehend wieder zurück. Ausgerechnet Finanzminister Magnus Brunner, der als besonders überlegt gilt, hatte sich und seiner Partei offenbar ein Osterei gelegt.

ÖVP-Machterhalt. Im „Krone“-Interview hatte ÖVP-Finanzminister Magnus Brunner nämlich auf die Frage, ob eine Koalition mit Herbert Kickl für ihn vorstellbar sei, gesagt, dass man das „pragmatisch sehen“ müsse. Umgehend wurde dazu verlautet, dass das so nicht gesagt und gemeint gewesen wäre. Mit dem „pragmatischen Blick“ auf Kickl habe er bloß den niederösterreichischen Pakt zwischen Mikl-Leitner und Udo Landbauer gemeint. Das wird Brunner kaum abgekauft. Auch „Krone“-Innenpolitik-Kenner Claus Pándi hegt größte Zweifel, wenn er heute kommentiert: „Brunners nachgeschobene Erklärung ergibt zwar keinen Sinn, aber derlei Ungenauigkeiten wird Beobachter der Kanzlerpartei nicht überraschen.“ Glaubwürdig sei freilich, dass die ÖVP die Möglichkeiten ihres Machterhalts „pragmatisch sieht“. Dumm für die ÖVP sei allerdings, glaubt Pandi, dass sie angesichts der aktuellen Datenlage nach den Wahlen als Zweitplatzierte hinter der FPÖ wohl nur den Vizekanzler und andere weniger wichtige Ämter abstauben könnte. Unser Kommentator schreibt: „Aber Hauptsache, in der Regierung und nicht in Opposition, wird man sich bei der ÖVP sagen. Man muss das ganz pragmatisch sehen.“ Was kann da noch dazwischenkommen? Höchstens der Wähler!

Kommen Sie gut durch den Dienstag!

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