Container in Kufstein

Asyl-Quartiere: Tirol erfüllt Quote zu 75 Prozent

Tirol
04.04.2023 13:14
Porträt von Tiroler Krone
Von Tiroler Krone

Nach der Aufregung rund um das Aufstellen von Zelten für Asylwerber im Winter sowie der Kritik des Bundes, dass die Länder ihre Unterbringungs-Quoten nicht erfüllen, ist diese in Tirol nun auf 75 Prozent gestiegen. Im Herbst lag sie noch bei 65 Prozent. Grund dafür ist unter anderem die Fertigstellung von Wohncontainern in Kufstein, dort sind ab dieser Woche 150 Plätze bezugsbereit.

Der zuständige Tiroler LHStv. Georg Dornauer (SPÖ) sprach am Dienstag von einer „Entspannung der Flüchtlingsbewegungen“. Trotzdem arbeite das Land Tirol „weiter daran, Unterbringungsmöglichkeiten zu akquirieren. Nach wie vor finden daher regelmäßige interne Abstimmungen und Gespräche mit Systempartnern statt“, so Dornauer. Derzeit befinden sich rund 5500 Personen in der Grundversorgung, hieß es in einer Aussendung des Landes.

„Teil unserer humanitären Verantwortung“
Dornauer betonte, dass eine „adäquate Unterbringung von geflüchteten Menschen Teil unserer humanitären Verantwortung“ sei. Zudem sei für die Geflüchteten der „Erwerb der deutschen Sprache ein Muss“, außerdem habe in Kufstein die „konsequente Umsetzung des Betreuungs- und Sicherheitskonzeptes oberste Priorität“. Im Kufsteiner Gemeinderat war die Flüchtlingsunterkunft zuvor kontrovers diskutiert worden, einige Fraktionen wollten diese nicht umgesetzt wissen.

Deutschkurse direkt vor Ort in Kufstein
In der Festungsstadt werden im Laufe dieser Woche die ersten 50 Menschen untergebracht, begleitende Integrationsmaßnahmen sind geplant. Im Rahmen der Freiwilligentage Tirol werden etwa die Außenbereiche der Unterkunft gestaltet, zudem werden Deutschkurse direkt vor Ort angeboten.

Zitat Icon

Solche Vorhaben, die allen voran der Integration dienen, sind wichtig, um ein gutes Miteinander zwischen heimischer Bevölkerung und geflüchteten Menschen zu ermöglichen.

LHStv. Georg Dornauer (SPÖ)

„Die neu Ankommenden in Kufstein können direkt vor Ort regelmäßig Deutschkurse mit besonderem Fokus auf Alphabetisierung und Werte- und Orientierungswissen besuchen. Des Weiteren sind auch die Kolleginnen und Kollegen aus dem Team TIK - Tiroler IntegrationsKompass - in Tirol unterwegs, um Beratung und Coaching zur Berufsvorbereitung vor Ort anzubieten“, sagt Birgit Hohlbrugger von den Tiroler Sozialen Diensten (TSD).

Ende Februar wurde indes eine weitere Unterkunft bezugsfertig: In Schwaz finden nach einer Renovierung im ehemaligen AMS-Gebäude bis zu 90 Personen Platz. Untergebracht werden dort sowohl Einzelpersonen als auch Familien. Auch im Westen Innsbruck war eine größere Unterkunft mit 200 Plätzen geplant, dieses Projekt wurde aber aufgrund der hohen Kosten nicht weiterverfolgt. Zuletzt hatte es geheißen, dass ein anderes Grundstück gesucht werde.

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